Umstrukturierung der Fachbereiche – Interview mit Rektor Prof. Jörg Kirbs

1510_KirbsWas hat es auf sich mit der Neustrukturierung der Fachbereiche? Warum ist sie nötig und was bedeutet sie für uns? @HoMe fragte nach bei Rektor Prof. Jörg Kirbs.

››Warum müssen die Fachbereiche überhaupt umstrukturiert werden?
‹‹Wir erfüllen damit eine Forderung aus dem Hochschulgesetz. Im § 66 steht, dass die  Mindestausstattung eines Fachbereiches die Anzahl von 20 Professorinnen und Professoren nicht unterschreiten darf. Drei unserer vier Fachbereiche liegen im  Moment  knapp an der Grenze oder sogar klar darunter. Wenn wir unser Studienangebot so erhalten möchten, müssen wir umstrukturieren, um den einzelnen   Fachbereich zu stärken. Die Umstrukturierung wurde daher auch im Hochschulstrukturplan der Landesregierung und in unserem Hochschulentwicklungsplan thematisiert. 

›Wer bestimmt die neue Struktur?
‹‹Das Rektorat, die Dekaninnen und Dekane sowie Professorinnen und Professoren aller Fachbereiche, die einen  erheblichen Teil Ihrer Laufbahn noch vor sich haben, sind in mehreren Workshops zusammengekommen, um Ideen und Vorschläge zu sammeln und gemeinsam zu  beraten, wie wir dem Hochschulgesetz gerecht werden. Die Ergebnisse haben wir zusammengefasst und daraus mehrere mögliche Varianten entwickelt. Diese Varianten wurden wiederum in den Fachbereichen und deren Ergebnisse in der Kommission für Haushalt und Personal und im gesamten Senat besprochen. Diese Diskussion ist noch nicht beendet, aber es gibt derzeit eine eindeutige Tendenz.

››… die wie aussieht?
‹‹Entsprechend unserer drei Säulen soll die Grundordnung so  geändert werden, dass die Hochschule sich in Zukunft in drei neue Fachbereiche gliedert. Darin besteht in den Gremien und Diskussionsrunden Konsens.

››Wo gibt es  noch keinen Konsens?
‹‹Die Zuordnung einiger Studiengänge und Denominationen wird zur Zeit noch kontrovers diskutiert. Die Zielstellung ist jedoch, in der  Oktobertagung des Senats auf Basis der Vorschläge aus den Fachbereichen die Namen der neuen Fachbereiche festzulegen und dann relativ zeitnah – bis Ende 2015 –  ebenfalls die Zuordnung der Studiengänge und Denominationen zu den Fachbereichen festzulegen. Wobei letzteres nicht für immer „in Stein gemeißelt“ sein muss.

›Darin werden Studiengänge  und Professuren neu zugeordnet. Was ist mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?
‹‹Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ja in der Regel einer Professur zugeordnet. Sie gehören dann  dem Fachbereich an, dem auch die Professur zugeordnet ist. Sollte sich das nicht so einfach lösen lassen, kann das Rektorat gern vermitteln. Schlussendlich entscheiden darüber aber die  Fachbereiche.

››Ab wann werden wir die drei neuen Fachbereiche haben?
‹‹Die neue Struktur sollte möglichst bis Ende dieses Jahres vom Senat beschlossen werden, sodass wir im Frühjahr 2016 die Wahlen zu den neuen Fachbereichen durchführen können. Ins Wintersemester 2016 / 2017 starten wir dann voraussichtlich mit der neuen Struktur.

››Die Hochschulstruktur muss dem Hochschulgesetz entsprechen, haben Sie gesagt. Und gesetzeskonform zu sein, ist meist recht nützlich. Sehen Sie weitere Vorteile? ‹‹Wir sind tatsächlich über das Hochschulgesetz weniger  angreifbar, wenn die Fachbereiche stärker aufgestellt sind. Die Gefahr, unter die kritische Grenze von 20 Professorenstellen zu kommen, besteht dann nicht mehr. Außerdem können wir noch  besser das tun, worauf wir besonders stolz sind: interdisziplinär arbeiten und Synergien nutzen.

››Und die Nachteile?
‹‹Ich sehe eigentlich keine. Das Corporate Design muss leicht angepasst  werden, auch die Website, denn es gibt ja neue Fachbereichsnamen. Wegwerfen müssen wir aber nichts. Das Material sollten wir im Laufe des nächsten Jahres aufbrauchen, so wie wir es auch bei  der Adressänderung von der Geusaer in die Leibnitz-Straße gemacht haben.

››Möchten Sie den Hochschulangehörigen noch etwas mitteilen?
‹‹Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn bei einer  bevorstehenden Umstrukturierung einige Mitarbeiterinnen und Mitarbiter etwas beunruhigt sind. Für viele von ihnen wird sich aber kaum etwas ändern. Mit denen, wo sich etwas verändert,  werden Gespräche geführt, entlassen wird natürlich niemand. Derweilen steht meine Tür jedem und jeder für Fragen offen, genauso wie die Türen meiner Rektoratskollegen.

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