Konkrete Einsatzbeispiele

Im folgenden finden Sie konkrete Einsatzbeispiele für die Umsetzung hybrider Lehrveranstaltungen. 

Umsetzung eines Lektüreseminars mit Studierendenreferaten
Die Seminargruppe wird in mehrere Gruppen geteilt. Jede Gruppe erhält ein Thema, das sie für eine Präsenzveranstaltung aufbereiten muss. Dies kann wahlweise vor Ort oder zu Hause erfolgen. Die Präsentation findet vor Ort statt und wird für die anderen Gruppen aufgezeichnet oder gestreamt. Alternativ können auch jeweils einzelne Vertretende aus den anderen Gruppen anwesend sein. Am Ende können sich alle Seminarteilnehmende in Form eines Online-Forums über das gehörte austauschen und ggf. auf dieser Grundlage weitere Arbeitsaufträge bearbeiten.

Kolloquium mit langfristigem Arbeitsauftrag
Bei diesem Szenario erhalten die Studierenden zunächst Input in Form einer Vorlesungsaufzeichnung, Videokonferenz oder anderer Formen im ILIAS. Anschließend werden langfristige Arbeitsaufträge an jeden Lernenden verteilt und zu Hause bearbeitet. Während dieser Phase stehen Termine zur Verfügung, an denen sich Dozierende und eine Gruppe von Studierenden über die bisherigen Arbeitsergebnisse vor Ort austauschen. Durch die Möglichkeit, vor Ort eine klassische Diskussion zur Präsentation durchzuführen, erhalten sowohl Lehrende als auch Lernende eine Rückmeldung zum Arbeitsstand mit der dann weitergearbeitet werden kann. Die Veranstaltung kann für die übrigen Studierenden im Nachgang als Aufzeichnung oder währenddessen als Livestream bereitgestellt werden.

Lerntandem/-gruppe
Das Lerntandem besteht aus zwei Studierenden (prinzipiell können auch mehr als zwei Studierende in einer Gruppe sein), die sich bei der Teilnahme der Präsenzveranstaltungen abwechseln. Die erste Veranstaltung wird nur von einem Lernenden besucht und dient sowohl zur Wissensvermittlung als auch zur Verteilung und Organisation von Arbeitsaufträgen. Diese Aufgaben werden dann von dem Tandem gemeinsam bearbeitet. Die Ergebnisse werden in einer weiteren Präsenzveranstaltung vom zweiten Studierenden vorgestellt und von der anwesenden Gruppe reflektiert und ausgewertet. Im Anschluss erhalten alle eine neue Aufgabe, die wieder von dem Zweierteam bearbeitet und in der darauffolgenden Woche vorgestellt wird. Demnach ist es nicht notwendig, dass alle Studierenden zu jeder Veranstaltung anwesend sind, aber dennoch ist ein Austausch unter den Lernenden möglich. Flankieren könnte man diese Variante mit dem Einsatz eines Forums oder Wikis, in dem die Arbeitsergebnisse allen Studierenden der Veranstaltung zugänglich gemacht werden.

Erstellung einer Online-Ressource in Gruppen
In diesem Szenario wird die Seminargruppe in zwei Gruppen geteilt. Der eine Teil bearbeitet vor Ort im Seminarraum eine Aufgabe. Hierbei kann es natürlich auch noch weitere Untergliederungen der Gruppen geben. Währenddessen bearbeitet der andere Teil der Seminargruppe einzeln zum Thema zugehörige Aufgaben zu Hause. Das Ziel der Gruppe vor Ort ist die Erstellung einer Online-Ressource (z.B. Wiki, Blog o.ä.), die dann von der anderen Gruppe reflektiert, bewertet und ergänzt wird. Anschließend wechseln die Gruppen, sodass eine neue Online-Ressource entsteht oder die vorherige weiterentwickelt wird. Die Idee hinter diesem Szenario ist, dass durch die zunächst getrennte Arbeit der beiden Gruppen (eine in Präsenz und eine aus der Ferne) auch zwei Perspektiven auf ein Thema entstehen und am Ende beide davon profitieren. Ein weiterer Vorteil an diesem Szenario ist, dass am Ende des Semesters ein oder mehrere Online-Produkte entstanden sind, die von allen genutzt werden können.