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Von THLM zu HoMe

Kultur an einer technischen Hochschule, geht das? Im Laufe der Jahre entwickelte sich zu den hauptsächlich technischen und naturwissenschaftlichen Fachbereichen ein neuer, kreativer Bildungszweig: Kultur- und Medienpädagogik!

Ein Artikel von Michelle Böhme und Johanna Berthold

Kultur an einer technischen Hochschule, geht das? Im Laufe der Jahre entwickelte sich zu den hauptsächlich technischen und naturwissenschaftlichen Fachbereichen ein neuer, kreativer Bildungszweig: Kultur- und Medienpädagogik!

Mit der Gründung der Technischen Hochschule für Chemie Leuna-Merseburg (kurz THLM) am 1. September 1954 wurde ein wichtiger Standort im Saalekreis geschaffen. Im Jahre 1964 wurde die Hochschule nach Carl Schorlemmer benannt. Das Gründungsziel der Hochschule war die Schaffung einer technischen Hochschule mit einem anwendungsorientierten Profil und einer verfahrenstechnischen Technologie mit Theorie und Ökonomie. 

Fakultätsstruktur (1991):

Fakultät für Naturwissenschaften 

  • Fachbereich Chemie
  • Fachbereich Physik

Fakultät für Technikwissenschaften und Mathematik

  • Fachbereich Mathematik und Info
  • Fachbereich Verfahrenstechnik
  • Fachbereich Werkstoff- und Verarbeitungstechnik

Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

  • Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Im Verlauf der Jahre wurde eine Kunstreise angelegt. Auch das Kulturangebot, wie Musikdarbietungen, Lesungen von Schriftstellern oder Kunstausstellungen, wurde erweitert. Im Januar 1956 wurde zum Hauptgebäude ein Beton- und Plattenwerk hinzugefügt. Der größte Hörsaal mit 500 Plätzen wurde im September 1965 eingeweiht. Aufgrund einer Campussanierung 2010, wurde der Hörsaal zur jetzigen Bibliothek umgebaut.  Am 31. März 1993 wurde die THLM juristisch aufgehoben und heißt seit 2004 “Hochschule Merseburg”.

copyright Hochschule Merseburg

Gedächtnis des Campus

Garten. Kunstreise. Bischoff. 

Diese drei Wörter beschreiben den Videobeitrag von Cassandra Hickisch und Lea-Marie Kröner. In diesem Beitrag läuft die Protagonistin durch das Seminargebäude und bringt eine Kiste zurück. Im Archiv findet sie alte Aufnahmen und schaut sich diese an. Im Beitrag wird die Kunstreise nach Ägypten und den Garten der Sinne gezeigt. Mit Johann Bischoff als Zeitzeuge werden Filmsequenzen kommentiert. Zu sehen auf dem Youtube Kanal der Hochschule Merseburg.

Johann Bischoff – Indikator des Studiengangs

Eine bedeutsame Person des Studienganges Kultur- und Medienpädagogik ist Johann Bischoff. Er studierte an der Akademie für Absatzwirtschaft in Hannover und schloss 1974 als staatlich geprüfter Kommunikationswirt ab. Danach realisierte er seine wissenschaftliche Ausbildung an der Universität Oldenburg. Außerdem schloss Bischoff 1976 in Bremen sein Studium als Diplom-Designer ab. An der Universität Oldenburg erhielt er 1981 den Abschluss als Diplom-Pädagoge, und promovierte 1990 zum Doktor der Philosophie.

Er initiierte künstlerische und pädagogische Projekte in Oldenburg, Dresden, Bremen und Merseburg, und verfasste verschiedene Publikationen, Zeitschriften- sowie Buchbeiträge. Bischoff gründete 1996 den Studiengang Kultur- und Medienpädagogik an der ehemaligen THLM. Als Studiendekan entwickelte er 2005 die Studiengänge Bachelorstudiengang Medien- und Kulturpädagogik und den Masterstudiengang Medien- und Kulturwissenschaft. Ebenso war Bischoff Hochschulprofessor an der Hochschule Merseburg.

Publikationen:      

  • Bildende Kunst im Schulfernsehen, 
  • Medienpädagogik
  • mit Bettina Brandi Studienbrief “Medien in den Fächern Ästhetik – Kommunikation”

Forschungsprojekte:

  • Schulkulturarbeit
  • Empirische Sozialforschung im Bereich Medien

Wir hatten das Glück und trafen uns mit Johann Bischoff, um ihm einige Fragen über den Studiengang Kultur- und Medienpädagogik zustellen. Seine ersten Versuche den neuen Studiengang „visuelle Kommunikation“, an der Kunsthochschule in Dresden, zu etablieren scheiterten. Gemeinsam mit Bettina Brandi und Johanna Wanka verbesserten sie das Konzept und versuchten ihr Glück an der damaligen Fachhochschule Merseburg. Der Studiengang Kultur- und Medienpädagogik war zuerst ein Diplomstudiengang, welcher einen sehr großen Andrang hatte. Dieser wurde ein fester Bestandteil im Sozialwesen mit einem eigenen Profil. Später wurde der Fachbereich „Sozialwesen“ in Soziale Arbeit. Medien. Kultur umbenannt.

KMP – Yes we can!

Im Radiobeitrag unserer Kommilitonen, Pauline von Pezold und Lukas Linßner, bekommt ihr weitere Informationen zu Kultur- und Medienpädagogik. Sie befragten Johann Bischoff und Thomas Tiltmann über die damaligen Besonderheiten des Studiums und Schwierigkeiten der Etablierung. Ebenso wird darüber berichtet, wie die ersten Reaktionen des Studiengang waren. Pauline und Lukas interviewen außerdem Studierende, welche über Veränderungen und Highlights des Studiums erzählen.

Part 1
Part 2

copyright Hochschule Merseburg

Aus der damaligen technischen Hochschule entwickelte sich ein vielseitiger Ort, an dem viele verschiedene Menschen zusammenkommen und sich austauschen können.

Wir bedanken uns bei Johann Bischoff für das Interview.

Quelle: Interview Johann Bischoff, https://de.wikipedia.org/wiki/Technische_Hochschule_Leuna-Merseburg

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