Theresa Looke

Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.

Kaffee fragt nicht, was du letzte Nacht getan hast. Er hilft einfach.

Kaffee erreicht Stellen, die die Motivation niemals erreichen kann.

Kaffee macht das Leben besser.

Für viele Menschen ist ein Tag ohne Kaffee unvorstellbar. Dabei profitieren die Kaffeetrinker nicht nur vom Geschmack, sondern auch von seiner vitalisierenden Wirkung. Aber wer hinterfragt im stressigen Alltag die Hintergründe des Wachmachers? -.COMM deckt auf und stillt den Wissensdurst.

Ein Vorgeschmack auf den Artikel? -.COMM hat sich auf dem Campus auf die Suche nach Tipps und Meinungen rund um den Lebensretter Kaffee gemacht:

Die Geschichte des Kaffees -Von der Entdeckung bis zur Verbreitung

Es ranken sich viele Mythen um die Entdeckung des Kaffees.

Die am meisten verbreitete Legende erzählt von dem Ziegenhirten Kaldi im neunten Jahrhundert im Königreich Kaffa, das heutige Äthiopien. Kaldi bemerkte, dass seine Ziegen kraftvoller den je waren. Er beobachtete sie und sah seine Ziegen die Früchte eines unbekannten Baums fressen. Daraufhin suchte sich Kaldi Hilfe bei einem Gelehrten, welcher die Kaffeekirschen untersuchte. Der bittere Geschmack irritierte sie zuerst, woraufhin sie die Bohnen ins Feuer warfen. Doch der Geruch des gerösteten Kaffees verführte die beiden dazu die Bohnen im heißen Wasser zu kochen. So sollen der Hirte und der Waise den Kaffee entdeckt haben.

Zu Beginn tranken arabische Völker Kaffee. Mit der Zeit entwickelte sich Kaffee zum „Wein des Islams“. Da Muslime keinen Alkohol trinken dürfen, war Kaffee ein willkommener Ersatz. In dieser Zeit erhielt das Heißgetränk seinen Namen. Kaffee soll von dem arabischen Wort „Qahwah“ (das Anregende) abstammen.

Erst Anfang des 17. Jahrhunderts überlieferten venezianische Händler den Kaffee nach Europa. Kaffee galt als Luxusgut der Oberschicht und er wurde in noblen Kaffeehäusern in den Metropolen London, Wien und Paris serviert. Ende des 17. Jahrhunderts eröffneten die ersten Kaffeehäuser in deutschen Städten wie Leipzig, Hamburg oder Regensburg.

Einhergehend mit der Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts wandelte sich Kaffee vom Luxusgut zum deutschen Volksgetränk. Die Arbeiter schöpften durch die Wirkung des Kaffees neue Kraft. Kein Wunder – nach durchschnittlich 16 Arbeitsstunden braucht der Körper Energie!

Von der Bohne zum trinkbaren Genuss –Die Herstellung und Verarbeitung des Kaffees

Kaffeeanbau findet in tropischen und subtropischen Gebieten der ganzen Welt statt. Zu den größten Produzenten zählen Brasilien, Vietnam, Indonesien und Kolumbien. Dabei wachsen die Kaffeekirschen, die umgangssprachlich falsch als Bohnen bezeichnet werden, an Bäumen. Diese Kaffeepflanzen blühen ca. zwei Wochen. Nach dieser Zeit wachsen grüne Kaffeekirschen. Zur Ernte haben die Kirschen einen dunkelroten Farbton. Der Anbau läuft unterschiedlich ab. Einerseits bauen kleine Bauern, die wenige Felder besitzen, den Kaffee an. Andererseits gibt es riesige, industrialisierte Kaffeeplantagen. Die Früchte teils handverlesen, teils maschinell geerntet.

Es existieren zwei verschiedene Methoden zur Weiterverarbeitung:

Trockenverfahren:

Die Früchte durchlaufen eine trockene Aufbereitung. Der Gärungsprozess findet bereits statt, während die Kaffeebohne in der Frucht ist. Um schadhafte Früchte „auszusortieren“, kommt die Ernte in große Wannen, in der Pumpen die reifen Früchte absaugen. Danach trocknen die Kirschen. Dazu braucht es viel Sonne, Platz und Trockenheit. Auf großen Plätzen breiten die Arbeiter die Ernte aus und wenden diese mehrmals täglich. Die Kirschen „bräunen“ sich zwei bis drei Wochen in der Sonne. Danach folgt das Enthülsen der Kaffeekirsche, die Auslese durch Bleche und Rüttelsiebe und eine letzte Aussortierung. Die Auslese ist bereit für den Export.

Nassverfahren:

Dieses Verfahren ist aufwendiger und benötigt große Mengen an Wasser. Zuerst „baden“ die Früchte in eine Wasserwanne, dabei erfolgt eine Sortierung der Früchte. Durch mehrfache Bearbeitung über Rüttelsiebe können die Bohnen der Größe nach geordnet werden. Nun entfernen Maschinen die Frucht von der Kaffeebohne, da die Frucht sonst gärt und sauer schmeckt. Die Bauern füllen die Bohnen in Wassertanks um. Dabei setzt eine Gärung ein, durch die sich die Schleimschicht und Fruchtfleischreste ablösen. Außerdem beeinflussen die ablaufenden Prozesse die Geschmackseigenschaften. Nach wenigen Tagen in dieser Brühe erfolgt das Waschen der Bohnen. Dafür werden pro Kilo Rohkaffee ca. 100 Liter Wasser benötigt. Danach trocknen die Bohnen entweder maschinell oder natürlich. Auf natürlichem Weg passiert ähnlich dem Trockenverfahren. Maschinell stehen Trocknungsmaschinen zur Verfügung, die teils durch Verarbeitungsreste befeuert werden. Schließlich werden die Bohnen von der überbleibenden Pergamenthaut und Teile des Silberhäutchens geschält und poliert, wovon die Bohne ihren Glanz erhält. Zum Schluss werden die Bohnen nochmals sortiert und luftgereinigt.

Die anschließende Röstung beeinflusst das Aroma des Endprodukts. Die Röster ähneln großen Backöfen, in denen sich die Kaffeebohnen in einem Zylinder über einer Flamme drehen. Je nach Röstungsgrad verändern sich die Aromen.

Nach der Röstung wird der Kaffee gemahlen. Tipp: Den Kaffee direkt vor der Zubereitung mahlen, um den Geschmack beizubehalten.

Eine Filmempfehlung für Wissensdurstige:

Fun Facts –Wissen zum Angeben und Staunen

  1. Der teuerste Kaffee der Welt heißt Kopi Luwak. Eine indonesische Schleichkatzenart verspeist die Kaffeekirschen. Durch den Verdauungsprozess im Magen-Darm-Trakt der Katzen erhält der Kaffee einen besonderen Geschmack. Für diesen Kaffee zahlt man ungefähr 500€ pro Kilogramm.


  2. Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche ca. 150 Liter Kaffee im Jahr. Damit ist das fast ein halber Liter täglich und steht vor Bier im Ranking.

  3. Entgegen der Erwartungen enthält ein Espresso(65 Gramm) weniger Koffein als eine Tasse Filterkaffee (85 Gramm).

  4. Forscher fanden heraus, dass bereits 10 Minuten nach dem ersten Schluck Kaffee Wirkungen eintreten. Also schneller als viele Medikamente.

  5. Je dunkler die Farbe der Bohnen – desto geschmacksintensiver. Das ist bekannt. Aber je dunkler die Farbe, umso weniger koffeinhaltig ist der Kaffee. Bei dunklen Bohnen verbrennt mehr Koffein. Der beste Wachmacher ist also ein hell gerösteter Kaffee!

  6. Die Entstehung einer Kaffeeplantage in Vietnam für die DDR wurde geplant. Vor kurzem wurde der erste Kaffee dieser Plantage fertiggestellt. – Ein paar Jahre zu spät.

  7. Kaffee ist Medizin! Für regelmäßige Kaffeetrinker sinkt das Risiko für Herzerkrankungen, Alzheimer, Prostatakrebs und Diabetes zu erkranken. Zudem regt Koffein den Stoffwechsel an und die Fettverbrennung beschleunigt sich.

  8. In Maßen genießen! Von mehr als 20 Litern Kaffee, die innerhalb kurzer Zeit getrunken werden, kann man sterben.

  9. Kaffee als Schwerverbrecher? – Verbote für Kaffee gab es in der Vergangenheit mehrmals: Der Gouverneur von Mekka im Jahre 1511 ließ Kaffeehäuser aufgrund vom Sittenverfall schließen. Der englische König Charles II. wollte Kaffee im Jahr 1675 verbieten, dadurch löste er eine Rebellion aus. Der preußische König Friedrich der Große verbot die Einfuhr von Kaffee im Jahr 1677, weil er befürchtete Kaffee würde einheimische Produkte verdrängen. Zum Glück setzte sich der Kaffee durch!

  10. Die meisten Kaffeebauern wissen nicht, wie Kaffee zubereitet wird. Sie können sich das Luxusgut nicht leisten.


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