Janina Molloy

Frankfurt am Main – Mehr als nur Finanzen und Börse

Ein Reisebericht von Janina Molloy
Groß, größer, Frankfurt am Main! Wow, welch ein Blick auf die einzigartige Skyline. Ich sitze im Auto und habe eine klare Sicht auf Frankfurt. Die New Yorker-ähnliche Skyline ist Deutschlands einzige Stadt, die mit dem „Big Apple“ mithalten kann. Es ist eines der großen Merkmale und Wahrzeichen der Stadt, neben dem Finanzsektor und der Börse. Doch diese Stadt bietet mehr als nur die Börse, Finanzen, Wirtschaft und Anzugträger, sie ist bunt, vielseitig, bietet viel Kultur und Spaß.

Die jährlich im Oktober stattfindende Frankfurter Buchmesse hat einen internationalen Ruf und lockt tausende Besucher aus aller Welt in die Stadt am Main. Auch Deutschlands größter Flughafen ist beliebt, um in die ganze Welt reisen zu können. Damit ihr einen kleinen Einblick bekommt was ich an einem verlängerten Wochenende alles gemacht habe und empfehlen kann, berichte ich euch von meinen Reiseimpressionen.

Foto: Janina Molloy
Der Maintower, Foto: Janina Molloy

Der erste Tag in Frankfurt fängt mit einer Straßenbahnfahrt und einem Gruppentagesticket für ca. 12€ am Rande von Frankfurt an und führt in die Innenstadt zur Hauptwache, von da aus geht es zu Fuß zum Maintower. Am Maintower angekommen, bezahlt man als Student 5€ Eintritt, man fährt mit dem Aufzug auf ca. 190m Höhe nach oben, die letzten 10m muss man zu Fuß nehmen. Der Turm ist etwa 200m hoch und das viert höchste Hochhaus Deutschlands. Der Blick vom Maintower ist großartig, man hat einen kompletten Überblick von ganz Frankfurt bis hin zum Taunusgebirge.

Unten wieder angekommen führt der Weg weiter Richtung alte Europäische Zentralbank, welche sich recht am Anfang der Kaiserstraße befindet. Es steht ein großes €-Zeichen vor dem Gebäude, wo man einige Touristen beobachten kann, wie sie Fotos schießen und das Wetter im nahegelegenen Park genießen. Die Straße ist bunt und multikulti, es befinden sich verschiedene Geschäfte wie Erotikläden und teure Modeläden nebeneinander, viele Spätis, Eisdielen und Restaurants, jeder bietet anderes leckeres Essen an und man hört und sieht viele Sprachen und Gesichter.

Vom kleinen „Rotlichtviertel“, welches auch in der Kaiserstraße ist, gehen wir durch einen Park bis zur Alten Oper. Hier werden heute die Räumlichkeiten für Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Ganz nah bei ist die sogenannte „Fressgaß“, wo jährlich ein Fressgaßfest stattfindet und Live-Musik gespielt wird. Hier stehen regionale Anbieter mit verschiedenen Getränken wie Ebbelwoi oder Wein aus dem Taunus und Essensmöglichkeiten aus dem hessischen Land die man kosten kann.

Unser Weg führt weiter zur Long Island Summer Lounge, diese befindet sich auf dem Dach eines Parkhauses nahe der Börse. Man zahlt 5€ Eintritt, hat einen schönen Blick auf die Skyline, kann Essen und Trinken und das gute Wetter am Pool genießen. Der Tag neigt sich dem Ende und wenn man möchte kann man diesen nahe der Hauptwache ausklingen lassen, wo sich einige Restaurants befinden und man das weitere rege Stadttreiben beobachten kann.

Die Zeil – Die Einkaufsstraße, Foto: Janina Molloy

Am zweiten Tag haben wir die Shoppingmeile erobert, wir sind auf der Zeil, welche sich in der nördlichen Innenstadt befindet, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gilt sie als eine der bekanntesten und umsatzstärksten Einkaufsstraßen in Deutschland. Es gibt hier alles zu finden was das Shopping-Herz begehrt. Auch für die kleinen Pausen zwischendurch waren wir gut versorgt. Von der Zeil aus gehen noch weitere kleine Wege ab, wo man tolle kleine Läden findet, die zum Beispiel Tee oder Wein verkaufen. Auch Boutiquen findet man hier, wo ausgefallene Kleider an der Stange hängen und selbstgemachter Schmuck im Schaufenster zusehen ist.

Nach der kleinen Shoppingtour, geht’s zum zweiten Beach Club, wovon es mehrere in Frankfurt gibt. Weiter geht es zum Citybeach, auch dies befindet sich auf dem Parkdeck eines Parkhauses, hier ist der Eintritt allerdings frei und man hat einen wunderbaren Ausblick auf den Main, den Römer und die Pauluskirche. Wer mag kann am Pool oder in Liegestühlen relaxen und dabei ein kühles Bier oder einen erfrischenden Eistee zu sich nehmen.
Nach der kleinen Pause gehen wir weiter in Richtung Römer, wir nehmen den Durchgang der Kleinmarkthalle. Dieser ist wie eine Art türkischer Basar, man findet verschiedenste Gewürze und Kräuter die man, zum Beispiel für die Frankfurter Grüne Soße benötigt, sowohl eine große Auswahl an italienischen Antipasti, Käse und Fleisch, als auch Obst, Gemüse und Blumen. Am Ende der Halle angekommen entdeckt man schon ehrwürdige Gebäude, die den Weg zum Römer begleiten.

Der sogenannte Römer ist das Rathaus von Frankfurt und wird von vielen Fachwerkhäusern umrandet, es ist eines der Wahrzeichen der Metropolstadt, wo unteranderem auch mal Meisterfeiern oder DFB-Pokal Finalisten auf dem Balkon die Meisterschale oder den DFB-Pokal hochalten, denn die Eintracht ist der Erstligist in der Mainstadt.

Der Römerplatz mit dem „Römer“-Rathaus und den Fachwerkhäusern, Foto: Janina Molloy

Vom Römer gelangt man weiter zum Eisernen Steg, dies ist eine Fußgängerbrücke über dem Main, welches den Römerberg und den Stadtteil Sachsenhausen verbindet, auch hier haben sich schon einige Paare ihre ewige Liebe geschworen, denn überall hängen Liebesschlösser und einen schönen Ausblick bekommt man dazu. Zu dem kann man hier an Sightseeing Bootstouren auf dem Main teilnehmen, die Anlegestellen befinden sich direkt neben dem Eisernen Steg. Auch für uns endet wieder ein ereignisreicher, warmer Tag und wir grillen und genießen den Abend.

Am dritten Tag, machen wir uns mit Decke und ein wenig Proviant, auf den Weg an einen nahegelegenen Bach im Stadtteil Heddernheim, die sogenannte Nidda, wo Wiesen und Bäume zum Verweilen und entspannen einladen. In dem Park kann man spazieren und laufen gehen. Auch kleine Radtouren kann man entlang des Bachs machen, um die Natur zu genießen. Für Familien gibt es den Minigolfplatz an der Nidda, wo man eine Runde spielen kann oder einfach die Atmosphäre und das Wetter bei einem leckeren Eis oder Getränk genießt.

Das Museumsufer mit Blick auf die Skyline, Foto: Janina Molloy

Das Museumsufer, welches in Sachsenhausen zwischen dem Eisernen Steg und der Friedensbrücke an der Schaumainkai zu finden ist, bietet viele Möglichkeiten an, wie zum Beispiel die Geschichte von Frankfurt. Des Weiteren gibt es verschiedene Kunst- und Archäologiemuseen. Die Museen runden dies jährlich mit dem Museumsuferfest ab, wo man die verschiedenen Einrichtungen besuchen kann und besondere Events an dem Abend angeboten werden. Vom Museumsufer aus kann man aber auch einfach den tollen Blick auf die Skyline genießen und bekommt von der so großen Stadt nicht mehr so viel mit.

Am Abend geht es nach Alt-Sachsenhausen, eines der größeren Kneipenviertel in Frankfurt, welches auch viele Besucher der Stadt anlockt. Ganz besonders aber sind die Apfelwein Wirtschaften der Höhepunkt des kleinen Viertels, wie der Struwwelpeter oder die Affentorschänke. Jedes Jahr im August findet ein Ebbelwoifest statt. Man kann sich verschiedene Größen der „Bembelsche“ aussuchen worin der Apfelwein, in Hessen Ebbelwoi genannt, ausgeschenkt wird. Dazu gibt es passende Trinkgläser ganz im Stil des hessischen Kultgetränks. Neben dem Fest gibt es auch den Eppelwoi Express, der durch die Stadt fährt und die schönen Seiten der Großstadt zeigt, dazu den Apfelwein und man fühlt sich wohl.

Auch das stadteigene Bier „Binding“ hat seinen traditionellen Brauereistandort in dem Stadtteil Alt-Sachsenhausen, wer an einer Führung

Die Party- und Kneipenmeile in Alt-Sachsenhausen, Foto: Janina Molloy

interessiert ist kann sich auf deren Internetseite oder vor Ort informieren. Im bunten und belebten Stadtteil reiht sich eine Kneipe neben der anderen auf. Dies reicht von verschiedenen Pubs, wie „the anglo-irish pub“, urigen deutschen Kneipen und Shishabars bis hin zu verschiedenen Diskotheken, wie das Oberbayern oder anderen Mallorca Clubs, jeder kann hier fündig werden. Wer an anderen Clubs interessiert ist, die House, Techno, Elektro oder Black abspielen, dem wird von Insidern, das Gibson, Le Panther oder das Tanzhaus West empfohlen. Doch dies sind nur ein paar Lokalitäten, wo man abends feiern gehen kann, auch hier gibt es noch viele mehr und je nach Musikgeschmack wird man fündig.

Essensmöglichkeiten und Restaurants gibt es in Frankfurt, wie am laufenden Band, sich da zu entscheiden ist nicht einfach, aber ein MUSS ist Best Worscht in Town, dort gibt es meiner Meinung nach die beste Currywurst und Pommes mit verschiedenen Soßen und Schärfegraden, traust du dich? In der Bergerstraße im Stadtteil Bornheim hat man auch die Qual der Wahl, da es so viele leckere Restaurants gibt, zwischen denen man sich entscheiden muss, das man nicht weiß wo man anfangen soll. Es gibt einiges zu entdecken und für jeden ist etwas Passendes dabei.

Alles in allem kann man also sagen, das Frankfurt nicht nur das Finanzzentrum, die Börse und Anzugträger beherbergt, sondern auch viel Kultur und Spaß mit sich bringt. Bei dem ganzen kommt die Entspannung aber nicht zu kurz, es gibt Orte, bei denen man in Ruhe das Leben genießen kann.

Probiert und seht es einfach selbst, Frankfurt am Main bietet so viel, das muss man erlebt haben und ist eine Städtereise wert.

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