Rebekka Schumann

Für einige Studierende wird es nun ernst – demnächst beginnt das Praxissemester. Aber wie findet man eine geeignete Praxisstelle und was ist im Praktikum zu beachten? Warum ist die Praxisreflexion sinnvoll? Diesen Fragen wollen wir auf den Grund gehen. Wir beziehen uns dabei auf unsere persönlichen Erfahrungen im Praktikum, weshalb wir keine allgemein gültigen Tatsachen präsentieren können.

Suche nach geeigneten Praxisstellen

Die Suche nach einem Praxispartner kann sich als herausfordernd gestalten. Hilfreich ist es, sich vorher bewusst zu machen, welche Kriterien der Praxispartner erfüllen soll. Im Praktikum kann man sich auf einen Bereich spezialisieren oder neue Themenkomplexe kennen lernen.  Dazu ist es nützlich sich zu überlegen, welche Seminare und Vorlesungen im bisherigen Studium besonders interessant waren oder bei welchen man mehr Input braucht. Ein Besuch bei Imbke Meyer-Kußmann ist ein möglicher erster Schritt. Ob auf ihrer Hochschul-Seite oder persönlich zu den Sprechzeiten im Büro, Imbke kann viele wertvolle Tipps und Ideen geben.

Desweiteren ist eine Entscheidung zu treffen, in welcher Region oder Stadt das Praxissemester absolviert werden soll. Vielleicht kommt auch ein Auslandspraktikum in Frage. Imbke und das Akademische Auslandsamt bieten Beratung über Finanzierungsmöglichkeiten an. Wenn keine eindeutige Entscheidung für eine Praxisstelle getroffen werden kann, ist es möglich das Praktikum zu splitten.  Dies hat den Vorteil, mehrere Einrichtungen kennen zu lernen. Jedoch besteht der Nachteil, dass die Arbeit in der jeweiligen Praxisstelle weniger intensiv wird.

Kontakt und Probearbeiten

Nachdem man eine Einrichtung gefunden hat, die zu den vorher festgelegten Kriterien passt, sollte man die Praxisstelle kennen lernen. Die meisten Einrichtungen freuen sich über Praktikant*innen. Es genügt oft ein Anruf oder eine E-Mail um sich vor Ort ein Bild zu machen. Ein Probearbeiten kann sinnvoll sein, um noch vor Beginn des Praktikums die Einsatzstelle und mögliche Arbeitsgebiete kennen zu lernen. Abschließend sollte man Absprachen über die Anzahl der Wochenstunden, den Zeitraum, eine mögliche Aufwandsentschädigung und die Betreuung durch Mentor*innen vor Ort absprechen. Es sollte während des Praktikums immer ein*e Sozialarbeiter*in für den/die Praktikant*in zuständig und ansprechbar sein.

Fragen, die man sich vor dem Praktikum stellen sollte:

  • Welches Arbeitsgebiet interessiert mich?
  • Will ich in der Region bleiben oder während des Praxissemesters umziehen?
  • Kommt ein Auslandspraktikum in Frage?
  • Möchte ich mein Praktikum splitten?
  • In welchem Zeitraum möchte ich mein Praxissemester absolvieren?
  • Wie viele Stunden pro Woche kann ich arbeiten?
  • Wie ist mein Eindruck von der Praxisstelle vor Ort?

Bewerbung und Start ins Praktikum

Sind diese Fragen beantwortet und eine, beziehungsweise mehrere, mögliche Stellen gefunden, steht als nächstes die Bewerbung an. Bei positiver Rückmeldung ist zu beachten, dass dann die Praktikumszusage ausgefüllt werden muss, bevor ein fester Praktikumsvertrag abgeschlossen wird. Die Praktikumszusage ist bis zu einem festgelegten Termin bei Imbke einzureichen. So besteht bis kurz vor Beginn die Möglichkeit die Einsatzstelle zu wechseln, aber der Platz ist reserviert.

Am Anfang des Praktikums wird es in den meisten Fällen so gehandhabt, dass Praktikant*innen mitlaufen und zuschauen. Im weiteren Verlauf des Praktikums sollte man jedoch zunehmend selbständig und eigenverantwortlich arbeiten. Dabei kann man das Übernehmen eigener Aufgaben einfordern.

Praxisreflexion

Innerhalb des Praxissemesters stellen die begleitenden Seminare zur Praxisreflexion, die an der Hochschule stattfinden, einen zentralen Bestandteil dar. Verschiedene Dozenten bieten dafür Seminare mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und methodisch-theoretischer Ausrichtung an. Je nach Arbeitsfeld wählen die Studierenden dann ihre Reflexionsgruppe, die sich dann etwa einmal im Monat trifft. Bei diesen Terminen wird besprochen, was jede*r Teilnehmer*in im Praktikum erlebt und welche Erfahrungen dort gemacht werden. Der Austausch mit den Kommiliton*innen kann hilfreich sein, um Impulse für die Gestaltung der eigenen Praxisphase zu erhalten und Einblick in die Arbeit der Studierenden in anderen Arbeitsfeldern zu bekommen.

Die Begleitseminare an der Hochschule sollten allerdings nicht die einzigen Gelegenheiten zur Reflexion des Praktikums sein. Auch in der Einrichtung selbst sollten regelmäßig Gespräche mit den Praxisanleiter*innen stattfinden. Dabei können durchgeführte Projekte und die eigene Arbeit betrachtet werden. Die Betreuer*innen sollten stets ansprechbar sein, Rückmeldung über die Arbeit der Praktikant*innen geben und Fragen beantworten. Besonders für Personen, die sich noch in der Ausbildung befinden, ist es wichtig zu erfahren, was sie in welcher Situation gut gemacht haben und was sie noch verbessern können. Das bei den Mentor*innen hin und wieder einzufordern und auf diese Gespräche zu bestehen, ist das gute Recht jedes/jeder Praktikant*in.

Tipps im Praktikum

Im Praktikum sollte man…

  • eigene Projekte durchführen.
  • selbstständige Arbeit einfordern.
  • viele Fragen stellen.
  • sich nichts gefallen lassen.
  • alles ansprechen, was missfällt.
  • so viele Erfahrungen sammeln wie möglich.
  • „Ausflüge“ in andere Bereiche bzw. Abteilungen in der Einrichtung oder dem Träger machen.
  • die Praktikumsziele nicht aus dem Blick verlieren.
  • ständig reflektieren.
  • so viel ausprobieren wie möglich.
  • Grenzen austesten.
  • Neues ausprobieren.
  • die Praktika der Kommiliton*innen beobachten und Ideen sammeln.

Wenn im Praktikum etwas schief läuft

Natürlich ist es trotz reichlicher Überlegung im Vorfeld und stetiger Reflexion nicht ausgeschlossen, dass im Praktikum etwas anders läuft, als man es sich vorgestellt hat. Sollten Zweifel, Schwierigkeiten oder Probleme auftreten, ist die Seminargruppe der Praxisreflexion eine wichtige Anlaufstelle. Hier können Lösungen mit der Reflexionsgruppe gesucht werden, wie mit Problemen umzugehen ist und welche Schritte man unternehmen sollte. Natürlich ist auch hier wieder das Gespräch mit den Mitarbeiter*innen der Einrichtung zu suchen. Probleme müssen offen angesprochen werden. Wenn etwas als störend empfunden wird, sollte es kommuniziert werden.  Das gilt auch für Probleme innerhalb des Teams. Im Notfall ist es natürlich auch möglich, die Praktikumsstelle während dees Praxissemesters noch einmal zu wechseln. In diesem Fall sollte der Kontakt zu Imbke zeitnah gesucht werden.

Abschluss des Praktikums

Am Ende des Praktikums sollte eine Auswertung mit den Praxisanleiter*innen erfolgen. Außerdem besteht ein Anspruch auf eine Praktikumsbeurteilung. Diese muss bei Imbke eingereicht werden, um die 25 Credits für die Praxisphase zu erhalten. Das Praxissemester endet mit einer Reflexionsrunde im darauf folgenden Semester. Bei „Imbke am Mittag“ werden die Praktika in einer Gesprächsrunde vor Studierenden ausgewertet.

Das Praxissemester ist für viele Studierende eines der wichtigsten Semester mit den meisten Eindrücken und Erfahrungen. Daher sollte man vor dem Start etwas Zeit in die Wahl der richtigen Einrichtung stecken um das Semester sinnvoll nutzen zu können.

One thought on “Aus dem Hörsaal in die Praxis

  1. Besser hätte man es nicht ausdrücken können, ein sehr sehr guter Artikel! Wirklich toll geschrieben! Ein riesen Lob an die Verfasser*Innen.
    Viel Freude für alle Studierenden, die im nächsten Semester ins Praktikum starten können.

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