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Am Start mit Holz und Hanf

„E-Pick“ heißt das neueste Werk von EcoEmotion-HoMe.

Wie seine Vorgänger ging das fünfte
Vehikel des Merseburger Hochschulprojekts beim diesjährigen Shell Eco-Marathon an den Start.

Mehr als 280 Teams kämpften dabei vom 30. Juni bis 3. Juli in London um die größte Energieeffizienz. Ziel ist es eine bestimmte Anzahl von Runden in einer vorgegebenen Zeit mit möglichst wenig Kraftstoff zu schaffen.

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Shell-Aufleber vom Marathon

Zwar erreichte das Merseburger Team keinen der vorderen Plätze, das sei laut Teamleiter Heiko Steinfeld aber auch keine Priorität gewesen: „Die Stimmung war gut. Alle waren begeistert dort zu sein. Bei 9 von 10 technischen Inspektionen sind wir sehr gut durchgekommen. Uns wurde gestattet auf die Strecke zu kommen, wobei das nur ein Drittel durfte. Damit haben wir unsere Ziele definitiv erfüllt.“ Teamkollege Olaf Hartmann merkt an: „Es war ein unausgesprochenes Dankeschön, dass wir so gearbeitet haben“.

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„E-Pick“ beim Hochschulinformationstag

Seit 2006 entwickeln Merseburger Studenten wettkampffähige Wagen in Eigenregie. Ihre Ergebnisse präsentieren sie regelmäßig beim Shell Eco-Marathon. Professor Horst-Herbert Krause rief das Projekt ins Leben, um Studierenden die Möglichkeit zu geben, theoretisches Wissen praktisch anzuwenden.

Im Fokus stehen neben Fahrtauglichkeit und geringem Verbrauch vor allem ökologische Materialien. Nicht umsonst trägt das erste Fahrzeug des Projekts den Namen „Woody“. Es folgten weitere Modelle wie der „Zero“, bei dem laminierte Seide und Balsa-Holz verarbeitet wurden. 2010 gewann das Team mit dem futuristisch anmutenden „Nios“ den Autodesk Design Award.

2013 formte sich eine neue Generation von Merseburger Teammitgliedern. Seitdem arbeiten Informatik-, Mechatronik-, Maschinenbau- und BWL-Studenten gemeinsam an ihrem neuen Fahrzeug „E-Pick“. „Die Leute sagen immer es sieht aus wie ein Boot“, sagt Teamleiter Heiko Steinfeld mit einem Schmunzeln. Die Besonderheit des Wagens läge aber in seinem rustikalen Charme. So wurde auf Aluminiumelemente und Kohlefaser verzichtet und die Karosserie komplett aus Holz und Hanf gebaut.

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Besucher beim Hochschulinformationstag (l.) und Teamleiter Heiko Steinfeld (r.)

Beim Eco-Marathon war der „E-Pick“ ein Highlight. „Der oberste technische Leiter war unglaublich begeistert von dem Auto. Die ganze Idee mit dem Pick-up und dem Holz, das gab es noch nicht. Wir sind überall aufgefallen wie ein bunter Hund, es war immer eine kleine Traube um uns“, erzählt Steinfeld. Olaf Hartmann fügt hinzu: „So viele Kaufangebote für das Fahrzeug haben wir noch nie gehabt. Auch Leute, die die Security dort vor Ort gemacht haben meinten ‚Ist mir egal ob das fährt, ist mir egal ob es sicher ist, ich will es haben, und wenn ich einen Kredit aufnehmen muss!“

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Innenleben des Motorraums

Besonders beeindruckend sei die kulturelle Vielfalt beim Marathon gewesen. Heiko Steinfeld sagt: „Wir hatten ein amerikanisches Team, ein indonesisches Team, von Afrika und Arabien waren viele Leute mit dabei und dann noch komplett Europa. Es war wirklich sehr interkulturell und alles hat sehr gut miteinander harmoniert. Also das war wirklich sehr schön.“ Olaf Hartmann ergänzt: „Man hat gemerkt, dass jeder dort ein Herz für das Event und die Sache hat und das hätte ich so nicht erwartet muss ich ehrlich sagen.“

Einziges Manko des Eco-Marathons war die Getränkeversorgung. Steinfeld verrät: „Es war sehr schwer einen Kaffee auf dem Gelände zu bekommen. Beim nächsten Mal wird auf jeden Fall eine Kaffeemaschine mitgenommen.“

Details des „E-Pick“:

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