Melanie Trzynka

Ein Leben im Krankenhaus, abhängig von Medikamenten und Therapien. Eine Killerkrankheit: Mukoviszidose. Und die Frage „Kann man jemanden lieben, den man nicht berühren kann?“

Mit dieser Frage beschäftigte sich die Autorin Rachael Lippincott und veröffentlichte am 20. November 2018 ihren Liebesroman „Five Feet Apart“. Im Jahr 2019 erscheint der Film, welcher auf dem Buch basiert. Thematisiert wird die oft unbekannte aber tödliche Krankheit Mukoviszidose. Dabei stellt sich die Frage, ob eine romantisierte Darstellung der Realität den Tatsachen gerecht wird oder die Ernsthaftigkeit zwischen bekannten Schauspielern und harmonischen Soundtracks verloren geht.

Was ist Mukoviszidose?

Das Wort beschreibt eine vererbbare Stoffwechselkrankheit, an der in Deutschland momentan 8.000 Menschen leiden und sterben müssen. Die Lebenserwartung der Patienten liegt bei circa 40 Jahren, viele erreichen aber gerade mal die Hälfte. Betroffene Organe sind die Lunge und Speicheldrüse. Diese verschleimen durch die Krankheit und machen es Patienten schwer, Luft zu bekommen. Dadurch sind sie anfällig für Lungenentzündungen und unterschiedlichste Infekte. (Weitere Infos sind hier zu finden)
Wo findet da Romantik ihren Platz?

Rachael Lippincott beschreibt in ihren Roman zwei Stereotypen von Mukoviszidose-Patienten. Stella Grant ist 17 Jahre alt und wartet auf eine Lungentransplantation. Durch möglichst genauer Einhaltung der Behandlung und Vorschriften hält sie sich von allen Risiken und Keimen fern. Dem gleichaltrigen Will Newman sind die Regeln egal, er möchte das Krankenhaus und seinen unausweichlichen Tod hinter sich lassen und die Welt entdecken, bevor sein Leben zu Ende geht. Während ihrer Behandlungen treffen sich die Jugendlichen und verlieben sich ineinander. Durch ihre Krankheit wird das zur Gefahr, da ihre Bakterien sie gegenseitig töten könnten. Wie für alle Mukoviszidose – Erkrankten gilt deshalb die Regel, einen Abstand von circa 2 Meter (6 Fuß)einzuhalten. Stella und Will müssen entscheiden, was ihnen wichtiger ist, die Liebe oder das Leben.

Der Film, der am 13. März 2019 in den Kinos der Vereinigten Staaten startet, weckte bereits nach der Ausstrahlung des 1.Trailers großes Interesse, vor allem bei Mukoviszidose – Erkrankten.

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5feetapart
Betroffene freuen sich über die Erwähnung ihrer Krankheit

Quelle: Twitter

Der Youtuber Cystik1, der im Alter von 2 Monaten Mukoviszidose diagnostiziert bekam, schaute sich die bisher veröffentlichten Trailer an und teilte seine Meinung mit bisher fast 360.000 Leuten im Internet. Ihm ist dabei bewusst, dass es sich um Hollywood handelt. „Man kann nicht jeden Zustand in unserem Leben zeigen. Das wäre nicht sehr unterhaltsam.“ Schon nach wenigen Sekunden des Trailers breitet sich ein Lächeln auf den Lippen des Youtubers aus. „Sie hat auch einen!“ freut er sich und spricht dabei von dem Portkatheter, den Stella, so wie er selbst, über ihrer Brust befestigt hat. Die wenigen Filme, die es bisher über Mukoviszidose gab, hätten solche Sachen vernachlässigt oder verharmlost. Auch nach weiteren Eindrücken, in denen die Krankheit angedeutet wird, meint er: „Ja, das ist sehr genau.“

„Alles, was Bewusstsein für Mukoviszidose bringt ist super.“ Cystik1
Zwei todkranke Teenager, die sich ineinander verlieben. Das Ganze erinnert an den Bestseller von John Green „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, in dem Hazel und Augustus an Krebs erkrankt sind, sich während einer Therapiesitzung kennenlernen und ebenfalls verlieben. Sowohl in ‚Five Feet Apart‘ als auch in ‚Das Schicksal ist ein mieser Verräter‘ wird eine Krankheit von Jugendlichen romantisiert. „An Mukoviszidose ist wirklich nichts Romantisches. Es ist eine Killerkrankheit.“ verdeutlicht Cystik1. ,,Aber genau das zieht die Menschen in die Kinos. Das wollen sie sehen.“

„Man kann sehen, dass jemand am Set war, der etwas von Mukoviszidose versteht.“

Gespielt werden die Hauptcharaktere von Haley Lu Richardson und Cole Sprouse, der durch seine Rolle in der Dramaserie Riverdale bereits Millionen von Fans hinter sich stehen hat, die alle auf den neuen Film warten. Die Wichtigkeit der zu erzählenden Geschichten ist allem am Set bewusst gewesen. Während der Dreharbeiten ist, laut Cystik1, die gesamte Zeit eine Krankenschwester dabei gewesen, um sicherzustellen, dass das Verhalten der Schauspieler und die Darstellung der Krankheit so realitätsgetreu wie möglich dargestellt werden.

„Von dem was ich gesehen habe, sieht es so aus, als ob der Film die genauste Darstellung von Mukoviszidose wird, die es bisher gab.“ beendet der Youtuber seine Reaktion auf den Trailer. (Sein ganzes Reaktionsvideo ist hier zu finden.)
Während Five Feet Apart bereits am 15.März 2019 in den USA in die Kinos kommt, werden wir uns noch ein paar Monate gedulden müssen. Allerdings erscheint am 22.März 2019 die deutsche Ausgabe des Buchs von Rachael Lippincott mit dem Titel „Drei Schritte zu dir.

Jeder wird für sich selber entscheiden müssen, ob der Film oder das Buch nur eine weitere dramatisierte Liebesgeschichte wird, oder es schafft, ein schweres Thema gut zu erzählen.

Der Trailer zu Five Feet Apart

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