Innovative Hochschule: Wissenstransfer nachhaltig gestalten

Der Wissenstransfer innovativer Hochschulen wird gefördert. Woher die Mittel kommen und was die Hochschule Merseburg damit vorhat, erklärt Prof. Dr. Dirk Sackmann, Prorektor für Forschung, Wissenstransfer und Existenzgründung, Jessika Rix hat ihn für @HOME interviewt.

Prof. Dr. Dirk Sackmann (Foto: Christian Auspurg)

Was ist die „Innovative Hochschule“?

Die „Innovative Hochschule“ ist eine neue Förderinitiative von Bund und Ländern mit dem Ziel, Hochschulen sowie kleine und mittelgroße Universitäten beim Ausbau bestehender Transferstrukturen in die Wirtschaft und insbesondere in die Gesellschaft hinein zu unterstützen. Durch eine stärkere Vernetzung mit Praxispartnern soll damit einerseits die Rolle der Hochschulen im regionalen Innovationssystem gefestigt und andererseits ein Beitrag zur Profilierung und strategischen Ausrichtung der Hochschulen geleistet werden.

Wir freuen uns, dass wir die Gutachter mit unserem Verbundprojekt gleich in der ersten Ausschreibungsrunde überzeugen konnten.

Mit welchem Projekt konnte die HoMe überzeugen?

Das Verbundprojekt, das die HoMe gemeinsam mit den Hochschulen Harz und Magdeburg-Stendal eingereicht hat, trägt den Titel „Transfer- und Innovations- Service im (Bundes)Land Sachsen-Anhalt“, kurz „TransInno_LSA“. Die drei Hochschulen kooperieren bereits seit mehreren Jahren im Bereich Wissenstransfer an verschiedenen Stellen wie etwa KAT. Nun soll es darum gehen, diesen z.T. heute schon gemeinsam gelebten Transfer auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen. Wir erwarten, dass mit den geplanten Maßnahmen  hochschulintern wie auch hochschulübergreifend Synergien stärker genutzt und damit Ressourcen für neue Transferprojekte freigesetzt werden. Eine noch stärkere Vernetzung mit Praxispartnern aus Wirtschaft und Gesellschaft ist dabei unser Hauptanliegen.

Wie soll das konkret gelingen?

Indem wir einen dreigliedrigen Ansatz verfolgen und damit neben internen Strukturen auch unsere nach außen gerichteten Angebote sowie die Frage der Bewertung von Transferleistungen in den Blick nehmen. Jede Hochschule bringt sich dabei in jedem Themenfeld ein, jedoch mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung.

Das erste Handlungsfeld (Transfer Organisation) orientiert auf transferrelevante Strukturen, die es hochschulintern wie hochschulübergreifend zu modernisieren gilt. Die Einführung eines Forschungsdatenmanagementsystems im Teilprojekt VTrans sei hier beispielhaft genannt. Im zweiten Handlungsfeld (Transfer Kommunikation) liegt der Fokus auf bereits bestehenden Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen, die künftig erweitert werden sollen. Hier liegt der Tätigkeitsschwerpunkt der HoMe, die sich insbesondere mit den Teilprojekten TransBANG! und Peta sowie MOFAK befassen wird.

Im Teilprojekt MOFAK wird sich die HoMe in einem vorgesehenen Anwendungszentrum engagieren, in dem kleinen und mittleren Unternehmen moderne Produktionsprozesse und betriebswirtschaftliche Möglichkeiten präsentiert werden.

Der stärkeren und nachhaltigen Vernetzung mit Praxispartnern soll überdies das Teilprojekt Peta dienen, in dem ein Personalaustauschprogramm konzeptualisiert und erprobt werden soll.

Im dritten Handlungsfeld (Transfer Evaluation) stehen – last but not least – unterschiedliche Methoden zur Erfassung und Analyse von Transferleistungen im Zentrum des Interesses. Die HoMe wird sich dabei im Teilprojekt TBT an der entsprechenden Entwicklung und Erprobung beteiligen.

Was bedeutet die Einwerbung dieses Projekts für die HoMe?

Für die HoMe bieten sich durch die erfolgreiche Einwerbung mehrere Chancen. Einerseits können bestehende Transferstrukturen modernisiert werden und Synergien im Haus wie auch im Land Ressourcen freisetzen, die wiederum in neue Transferprojekte möglich machen. Gleichzeitig können wir unseren Partnern neue und zusätzliche Angebote unterbreiten, die dazu beitragen, uns stärker mit der Praxis zu verschränken. Damit besteht die Chance, den Wissenstransfer insgesamt nachhaltig auszubauen.

Nicht zuletzt zeichnet uns künftig der Titel „Innovative Hochschule“ aus, was uns im Bestreben, unsere Sichtbarkeit weiter zu erhöhen, weiterhelfen wird.

 Gibt es schon konkrete Zahlen?

Da der Zuwendungsbescheid noch aussteht, liegen abschließende Zahlen noch nicht vor. Wir gehen aber davon aus, dass wir das Projekt in der Zeit vom 01.01.2018 – 31.12.2022 durchführen können. Nach aktuellem Stand werden wohl insgesamt bis zu 15 Mitarbeiter im Projekt involviert sein, viele davon während der gesamten Projektlaufzeit. Was die Fördersumme betrifft, so rechnen wir mit etwa 4,15 Mio. EURO.


Glossar:

  • TransInno_LSA: Transfer- und Innovations- Service im (Bundes)Land Sachsen-Anhalt,  Verbundprojekt der Hochschulen Merseburg, Harz und Anhalt.
  • KAT: Kompetenznetzwerk für Angewandte und Transferorientierte Forschung
  • VTrans: Verstetigung von Transferprozessen
  • TransBANG!: Transferorientierte Bildungsangebote führt bestehende Angebote im Bereich (forschungsbasierter) Wissenstransfer zusammen und entwickelt, umfasst vier Teilvorhaben (s. Abb.)
  • Peta: Personalaustausch
  • MOFAK: Modellfabrik 4.0 für KMU
  • TBT: Transfer-Bewertungs-Toolbox

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