An der Sprache soll’s nicht scheitern Studieninfo international 

Mudar Almafalani, Janine Söllinger-Weist und Barzani Tayeb (v. l. n. r.)

Maschinenbauingenieur Barzani Tayeb hat bereits 16 Jahre Berufserfahrung. Im Jahr 2012 kam er aus dem Iran nach Deutschland. Seine Muttersprache ist Kurdisch, er spricht fließend Persisch und inzwischen auch sehr gut Deutsch. Sogar gut genug, um das Masterstudium Maschinenbau / Mechatronik / Physiktechnik zu beginnen. „Ich sehe das als eine Form der Weiterbildung. Nach 16 Jahren hat sich im Bereich Ingenieurwesen viel geändert.“ Der Merseburger arbeitet parallel zum Studium in einer Verleihfirma  für Baumaschinen im technischen Bereich. Zum Hochschulinformationstag am 12. Januar war er aber weder Ingenieur noch Student – er war Sprachmittler. Mit seinen Sprachkenntnissen unterstützte er die Koordinatorinnen für Integrations- und Brückenangebote Ssuhir Alaid und Janine Söllinger-Weist bei einer Veranstaltung für Geflüchtete und internationale Studierende.
Hier ging es darum, die Angebote der Hochschule, die Beratung, aber auch den speziell zugeschnittenen, teilweise englischsprachigen Studiengang Engineering vorzustellen und erste Kontakte zu
knüpfen. Studieninteressierte Geflüchtete kamen vor allem aus Halle, Weißenfels, Zeitz und Querfurt, um sich zu Deutschkursen, Schnupperstudium, Engineering-Programm und KOMPASS-Orientierungssemester zu informieren. Um ein Studium aufnehmen zu können, müssen alle internationale Studieninteressierte zuerst den Bildungsabschluss ihres Herkunftslandes danach
prüfen lassen, ob die Vorbildung dem Niveau des deutschen Abiturs entspricht. Die Hochschule bietet im Rahmen der Studienberatung der Koordinatorinnen eine Vorab-Prüfung an und unterstützt bei einer Studienbewerbung über die Servicestelle uni-assist e. V. Das Ergebnis der Prüfung kann sein: direkte Hochschulzugangsberechtigung (HZB), das heißt der Studienbeginn
ist gleich möglich. Bei indirekter HZB muss man vor dem Studium ein Studienkolleg absolvieren und die Feststellungsprüfung ablegen. „Die Kooperationen mit den Studienkollegs sind wirklich wichtig, da die Absolvent*innen dort sehr gut auf ein Studium vorbereitet werden“, fasst Söllinger-Weist ihre bisherige Erfahrung mit Kollegs zusammen. Ohne HZB, wenn z. B. der chulabschluss einem deutschen Realabschluss entspricht, müsste für den Beginn eines Studiums erst das deutsche Abitur oder die Fachholschulreife nachgeholt werden. Ebenso wie Tayeb hat auch Mudar  lmafalani bei der Einführungsveranstaltung zum HIT im Januar geholfen. Auch er ist Student an der Hochschule Merseburg. Almafalani spricht – außer sehr gutem Deutsch – Syrisch und Arabisch. Er kam vor drei Jahren nach Deutschland. In Syrien hatte er Bauingenieurwesen studiert, konnte aber durch den Krieg sein Studium nicht beenden. Seit Oktober studiert er in Merseburg Maschinenbau / Mechatronik / Physiktechnik und freut sich besonders über die kurzen Wege vom Wohnheim zur Hochschule.

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