Josephin Gerlach

„Wir sind gut aufgestellt, besitzen moderne Labors und Forschungsstätten und profitieren von der Nähe zur Wirtschaft“
(Rektor Prof. Jörg Kirbs zur MZ 2015)

Dieses Zitat beschreibt sehr gut die Aufgabe, der sich die Hochschule Merseburg schon früh angenommen hat: Arbeitskräfte für die Wirtschaft in der Umgebung liefern. Umgeben von Industrie- und Chemiestandorten bot es sich an, einen Hochschulstandort zu schaffen, der dieser Aufgabe gerecht werden kann.

So kam es im September 1954 zur Gründung der
Technischen Hochschule für Chemie Leuna-Merseburg (THC),
die speziell auf die chemische Großindustrie zugeschnitten sein sollte.
Das Gründungsziel war damals eine Technische Hochschule mit
einem anwendungsorientierten Profil zu schaffen, die die
verfahrenstechnische Technologie mit Theorie und Ökonomie
verbindet. Außerdem sollte sie durch Ausbildung, Weiterbildung
und Forschung zur personellen und wissenschaftlichen
Unterstützung der mitteldeutschen Chemieindustrie beitragen.

Anlässlich des 5-jährigen Bestehens fand 1959 eine Festwoche statt.
Dieses Ritual wird seitdem im 5-Jahres Rhythmus weitergeführt.
Zu diesem Zeitpunkt gehörten 947 Studierende (davon 48 aus dem
Ausland), 774 Wohnheimplätze, 35 besetzte Professuren,
115 Wissenschaftliche Mitarbeiter und
insgesamt 581 Beschäftigte zur THC.

Zum 10-jährigen Bestehen wurde die THC im Jahr
1964 
zur Technischen Hochschule für Chemie
Carl Schorlemmer“ 
Leuna-Merseburg umbenannt.
Mit mittlerweile 1.940 Studierenden, 39 besetzten
Professuren und 211 wissenschaftlichen Mitarbeitern
konnte die THC auf erfolgreiche Jahre zurückblicken.
Mit jedem weiteren Jubiläum stiegen auch die Zahlen
der Beschäftigten und Studierenden an der Hochschule.

Im Folgenden Video ist von Minute 15:18 – 16:16 der
Campus im Jahr 1964 zu sehen:

Merseburg 1964

So waren es im Jahr 1974 schon 2.950 Studierende,
4.009 Wohnheimplätze, 55 besetzte Professuren und
347 wissenschaftliche Mitarbeiter.

Im Jahr 1975 erfolgte eine erneute Umbenennung der THC.
Ohne den Zusatz „für Chemie“ hieß die Hochschule nun
Technische Hochschule „Carl Schorlemmer“
Leuna-Merseburg 
(THLM).

Das 30-jährige Jubiläum im Jahr 1984 fand zu Gunsten
des 150. Geburtstages von Carl Schorlemmer statt.
Es waren damals 3.114 Studierende immatrikuliert
und 3.690 Wohnheimplätze standen zur Verfügung.
79 besetzte Professuren und 386 wissenschaftliche
Mitarbeiter kamen dazu. Die Gesamtzahl der
Beschäftigten betrug in diesem Jahr 1.742.

Als eine der ersten Bibliotheken wurde die der
THLM unmittelbar nach der Wiedervereinigung
im Frühjahr 1990 an das Wissenschaftsnetz der
BRD angebunden.

Im Jahr 1991 sank die Zahl der Studierenden auf
1.854. Es standen aber immer noch 3.579
Wohnheimplätze zur Verfügung.
Auch die Beschäftigtenzahl ging auf 1.450 zurück.

So kam es im März 1993 zur Aufhebung der
THLM nach dem ersten Hochschulstrukturgesetz
(HSG) des Landes Sachsen-Anhalt (02/1992).
Es folgte die Konzeption der Fachhochschule
Merseburg (HoMe)
wie wir sie heute kennen.
Die ingenieurwissenschaftlich-technischen und
wirtschaftswissenschaftlichen Bereiche wurden
durch die Kulturellen und Sozialen ergänzt.

Kultur gehörte allerdings schon immer zur Hochschule dazu.
Von Musikdarbietungen über Lesungen von Schriftstellern,
Kunstausstellungen, Theateraufführungen, Aufführungen im
Filmclub und mehreren kulturell-künstlerischen
Interessengemeinschaften war seit der Gründung des
Campus Merseburg viel geboten.

Während der Amtszeit von Rektor
Heinz Zwanziger (2000-2012) wurden
große Teile des Campus grundlegend
saniert und die wichtigsten Einrichtungen
ins Hauptgebäude verlegt (Mensa, Rektorat,
Dekanate und Hochschulbibliothek,…).
Zudem darf sich die Fachhochschule Merseburg,
dank Heinz Zwanziger, seit 2004/2005
„Hochschule Merseburg“ (Ho Me)
– University of Applied Sciences nennen.

Zum Wintersemester 2005/2006 wurden
alle Diplomstudiengänge auf das Bachelor- und
Mastersystem umgestellt.

Heute ist die Hochschule Merseburg (FH) wieder eine gefragte Hochschule mit 2864 Studierenden und 321 Beschäftigten zum Wintersemester 16/17. Viele Wohnheime wurden abgerissen oder sind unbewohnt. Daher stehen aktuell (2018) 459 Wohnheimplätze auf dem Campus zur Verfügung.

Hier gibt es noch mehr Infos zum Leben und Studieren an der Hochschule Merseburg.

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