Niklas Gründer

„Ungewöhnliche Vergiftungen“ – so lautete der Titel des Vortrages, welcher am 28. Mai 2015 in unserer Hochschule Merseburg statt fand. Es war der Beginn der dreiteiligen Vortragsreihe „Rund ums Thema Drogen“. Redner aller drei Vorträge war Dr.rer.nat. Walter Katzung.

Der Auftakt der Veranstaltungsreihe schaffte es, ein buntgemischtes Publikum anzulocken. Redner Dr. Walter Katzung hat in seinem weitreichenden Berufsleben viele wissenschaftliche Felder durchlaufen. Er war in der Chemie und in der Pharmazie tätig. Mit seinem Fachwissen in der Forensik half er bei der Aufklärung von Morden. Sein Wissen in der Chemie und Forensik floss unter anderem auch in die ZDF-Krimiserie „ Der Letzte Zeuge“ ein. Hier sorgte er beispielsweise für eine realistische Darstellung von Vergiftungen.

Krankenhausbehandlungen
Krankenhausbehandlungen, häufigste akute Vergiftungen mit vorwiegend nicht-medi- zinisch verwendeten Substanzen 2011 (4, 5). Alkohole zusammengefasst : Ethanol (1 497), nicht näher bezeichnete Alkohole (1 201), Methanol (21), 2-Propanol (nach ICD-T51).

Mit einem kurzen Hallo ging es in eine knappe theoretische Einführung zum Thema. Neben der grundsätzlichen Definition von Gift und verschiedenen Einsatzgebieten von Giften, lag der Fokus auf der Forensik. Trotz des eher trockenen Inhaltes waren die Ausführungen gut verständlich. Dies gelang Dr. Katzung mit anschaulichen Beispielen aus dem Alltag eines Chemikers. Zur Sprache kam auch seine Tätigkeit in der Forschung. Er entwickelte Mittel, die es ermöglichen, aggressive Affen kampfunfähig zu machen. Nach dem Einsatz der Substanz waren die Tiere handzahm.

Weiter ging es mit konkreten Beispielen verschiedenster ungewöhnlicher Vergiftungen. So nannte Dr. Katzung den Fall Barschel. Der Tod Barschels durch eine Medikamentenvergiftung war der Höhepunkt einer der größten deutschen Politikskandale. Am 11. Oktober 1987 fand man Uwe Barschel tot in der Badewanne seines Hotelzimmers. Dr. Katzung war auch in diesem Fall als Gutachter tätig und erzählte von den Ermittlungen. Er beschrieb, dass den Ermittlern schwerwiegende Fehler in der Beweisaufnahme und Obduktion unterliefen. Somit bot dieser Mord viele Ungereimtheiten, die wilde Spekulationen zuließen. Wissenschaftlich unterstützt von Dr. Katzung hat nun die ARD nun die Affäre verfilmt.

Die Zeit während des Vortrages verging schnell und so konnte längst nicht alles erzählt werden. Dr. Katzung gelang durch seine Anekdoten ein interessanter und spannender Vortrag. Zugleich kam die wissenschaftliche Betrachtung des Stoffes nie zu kurz.

Hier finden sie den kompletten Vortrag zum Mithören: Link

Man kann auf die kommenden Veranstaltungen gespannt sein:

25. Juni 2015 Hörsaal 9 „Medikamente auf dem Weg in die Szenen“

02. Juli 2015 Hörsaal 9 „Aphrodisiaka – Mythen und Wahrheiten“

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