Clara Schwerin

Slowenien – ein Land mit einem unglaublichen Charme, der irgendwo zwischen gigantischen Bergen, kleinen Mittelmeerstädtchen, kristallklaren Flüssen, türkisfarbenen Seen und mächtigen Burgen seinen Ursprung gefunden hat. Genau so wie die anderen Länder Osteuropas hat auch Slowenien in den letzten Jahren immer mehr Besucher in seinen Bann gezogen. Was vor ein paar Jahren auf den Landkarten vieler Reisender noch kaum wahrgenommen wurde, zählt nun – vor allen Dingen unter jungen Leuten – immer mehr als Geheimtipp.

Ich war nun diese Semesterferien selber das erste Mal in Slowenien und habe in meinen 5 Tagen dort so viel wie möglich mitgenommen.


Ljubljana

Drei Brücken, eine Burg, hundert schöne Ecken

Umgeben von Bergen müsste man von Sloweniens Hauptstadt erwarten, ebenso bergig zu sein. Jedoch zeichnet sich das Stadtbild durch unglaublich ebene, flache Straßen aus. Perfekt, um sich ein City-Bike auszuleihen und damit die Stadt zu erkunden. Für nur 1 Euro die Woche (!) kann man sich in Ljubljana ein Fahrrad ausleihen und ist somit kostengünstig und mobil unterwegs. In der ganzen Stadt verteilt gibt es über 15 sogenannte „Bicikelj“-Stationen, an denen man zu jeder Tages- und Nachtzeit ganz einfach sein Fahrrad abholen und auch wieder abgeben kann. Und auch, wenn Ljubljana Sloweniens Hauptstadt ist, mit knapp unter 300.000 Einwohnern liegt sie größentechnisch zwischen Halle und Leipzig, sodass jeder Punkt der Stadt mit dem Fahrrad in einer guten halben Stunde erreichbar ist.

Den schönsten Blick über die Stadt hat man entweder von der Rooftop-Bar des „Nebotičnik“ („Wolkenkratzer“) oder der „Ljubljanski Grad“, der Burg der Stadt. Die Burg liegt direkt neben dem Stadtzentrum auf einem Berg, der Aufstieg dauert ca. 15 Minuten und man kann kostenlos den Innenhof der Burg besichtigen. Sowohl Ausstellung als auch der eigentliche Aussichtsturm kosten ca. 7 Euro, jedoch hat man auch vom Burgvorplatz aus eine tolle Sicht über die ganze Stadt.

Tipp: Den schönsten Sonnenuntergang sieht man von der 360°-Dachterrasse des „Nebotičnik“ – einfach einen Mojito bestellen, zurücklehnen und genießen!

Eines der Wahrzeichen der Stadt sind die drei „Tromostovje“-Brücken direkt an der apricotfarbenen Mariä-Verkündigung-Kirche im Stadtzentrum. Dies ist auch neben dem Schloss einer der einzigen Orte, an dem man auf viele Touristen trifft. Ansonsten ist Ljubljana erstaunlich untouristisch, auch Souvenier-Shops gliedern sich relativ unauffällig in die kleinen Gässchen ein. Dafür gibt es aber eine Vielzahl kleiner Boutiquen und Design- und Kunsthandwerksläden, die zum Stöbern einladen.

Ljubljana bietet eine Vielzahl an kleinen Restaurants, Cafés und Bars. Studentenfreundliche Preise und eine breite Auswahl an Speisen und Getränken findet man hier fast überall.


Bled

Ein See wie aus dem Bilderbuch

Der kleine Ort Bled im Nordwesten Sloweniens beherbergt einen der schönsten slowenischen Gletscherseen. Etwa anderthalb Autostunden von Ljubljana entfernt und für 6 Euro mit dem Bus zu erreichen liegt Bled am Rand der Julischen Alpen inmitten schönster Natur. Der Ort lebt vom Tourismus, da jährlich unzählige Menschen den Bleder See besuchen kommen. Es gibt verschiedene Souvenirshops und Erlebnistourismus-Büros, und direkt an der Uferpromenade des Sees kann man sich in das Park-Café setzen und die traditionelle Bleder „kremšnita“ („Cremeschnitte“) essen, einen Kuchen aus Vanillecreme und Blätterteig. Der türkisfarbene glasklare See lädt zum Baden ein, was man auch nahe des Ortes in einer Bad-Anlage tun kann, wenn man sein Bad jedoch gerne kostenlos genießen möchte, kann man etwa eine halbe Stunde auf die gegenüberliegende Seite des Sees laufen. Dort kann man nicht nur den slowenischen Olympioniken beim Rudern zuschauen, sondern auch die Liege- und Badestellen für sich nutzen. Auf dem Weg dorthin am Rand des Ortes befindet sich der Aufstieg auf die „Blejski Grad“, die Bleder Burg. Der Aufstieg dauert ca. 15 Minuten und man wird mit einem tollen Ausblick über den See und Ort belohnt, jedoch kostet hier bereits das Betreten der Burg 7 Euro. Auf dem Weg zur offiziellen Badestelle befinden sich am Wegesrand auch hier und da zwischen Gebüsch und Bäumen kleine wilde Badestellen, wem also der ein oder andere neugierige Blick von Spaziergängern nichts ausmacht, kann sich auch hier niederlassen.

Tipp: Einen Besuch sollte man unbedingt auch dem „Public & Vegan Kitchen Bled“ im Zentrum des Ortes abstatten. Hervorragende Burger und Finger Food in einem tollen Ambiente – durchaus auch was für Nicht-Veganer.;)


Piran

Ein Stück Italien an der slowenischen Küste

Im Südwesten Sloweniens befindet sich die kleine Küstenstadt Piran. Von Ljubljana aus fährt man knapp 2,5 Stunden mit dem Bus und bezahlt für beide Fahrten 20 Euro. Schon während der Busfahrt bieten sich einem atemberaubende Aussichten auf Berge und Täler neben den Straßen, die sich um die Berge herumschlängeln, sowie auf kleine Buchten der Slowenischen Adriaküste. Die Stadt liegt am Adriatischen Meer mit einer Luftlinie nach Italien von 20km. Dies merkt man auch direkt an der venezianischen Architektur Pirans, sodass man unweigerlich das Gefühl hat, sich in Italien zu befinden. Der Ort an sich umfasst kleine enge Gässchen, die von ein paar historischen Plätzen aufgebrochen sind, die von touristischen Cafés und Restaurants bevölkert sind. Eine schicke Strandpromenade umsäumt die komplette Stadt, die auf einer Landzunge liegt, und lädt zum Spazieren und Verweilen in einem der kleinen Cafés ein. Am Ende der Promenade befindet sich ein kleiner Badestrand, jedoch wie für die slowenische und kroatische Küste typisch nicht mit Sand-, sondern mit Steinstrand. Die größte Sehenswürdigkeit der Stadt ist die kleine Kathedrale St. Georg an der Spitze der Stadt auf einem Berg. Von dort aus hat man sowohl einen malerischen Ausblick über den Ort als auch auf den Golf von Triest, bei guter Sicht könnte man von dort aus sogar die Küste Italiens sehen.

Piran ist ebenso wie Bled ein tolles Ziel für einen Tagestrip, da man schon innerhalb weniger Stunden einen guten Eindruck der Stadt bekommt, sowie sich die wenigen Sehenswürdigkeiten anschauen kann.

Tipp: Beim Abstieg von der Kathedrale St. Georg befinden sich in den kleinen Gässchen auf dem Weg zur Promenade unzählige kleine Kunsthandwerkläden, in denen es sowohl Schmuck als auch kleine Souvenirs gibt, die weniger touristisch sind.


Aufgrund seiner geringen Größe (flächenmäßig etwa so groß wie Sachsen-Anhalt) ist Slowenien ein tolles Reiseziel, wenn man nicht viel Zeit zur Verfügung hat. Auch, wenn man nur eine Woche dort verbringt, hat man die Möglichkeit, ein tolles Bild von Natur und Menschen in diesem Land zu bekommen.

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