Zoe Heckelmann

Die Entwicklungen der letzten Jahre haben einen drastischen Wandel der Lebenswelten in der Gesellschaft herbeigeführt, im Besonderen auch der von Kindern und Jugendlichen. Zu den größten Veränderungen zählen hierbei die Einführung und Nutzung digitaler und internetgestützter Medien und Kommunikationsmöglichkeiten, der Wandel der Schullandschaft hinsichtlich Ganztagsschulen und eine immer durchstrukturiertere Freizeit im Hinblick auf die stetig wachsenden Anforderungen an die Mitglieder der modernen Gesellschaft.

Mit den neuen Lebensbedingungen hat sich auch das Freizeit- und Aneignungsverhalten von Kindern und Jugendlichen drastisch verändert – Kindheit und Jugend spielen sich heute an anderen Orten ab als früher. Shopping-Malls und Einkaufszentren üben eine so starke Anziehungskraft auf junge Menschen aus, dass andere Freizeitorte an Attraktivität verlieren.

Gründe hierfür können zum Einen die Abnahme jugendgerechter öffentlicher Treffpunkte und die damit einhergehende Verdrängung junger Menschen aus dem öffentlichen Raum darstellen, zum Anderen punkten die besagten Einkaufszentren mit einer guter Erreichbarkeit, einem Erlebnis-Faktor, einer gewissen Freiheit, Sicherheit und der hoher Soziabilität.

Shopping-Malls sind, wie z.B. auch Bibliotheken, „Stimmungsräume“, die aufgrund ihrer Atmosphäre attraktiv auf Jugendliche wirken. Hier werden die jungen Menschen in der Rolle des Konsumenten akzeptiert und angesprochen, dadurch fühlen sie sich ernstgenommen und können an der Erwachsenenwelt partizipieren. Sie verbringen ihre Zeit mit „Freunde treffen“ und „shoppen“, „chillen“ und sehen und gesehen werden.

Diese Entwicklungen stellen nun Institutionen und Freie Träger, Jugend- und Kulturarbeit vor die Herausforderung, auf die Veränderungen des Aufwachsens und den daraus folgenden gewandelten Verhaltensweisen und Freizeitgestaltungen der jungen Menschen zu reagieren und Ihnen gerecht zu werden.

Schreibe einen Kommentar