Zoe Heckelmann

Satire ist spätestens seit dem Fall Charlie Hebdo zum breit diskutierten Gegenstand geworden. Sie dient nicht nur der Unterhaltung, sie trägt auch einen Teil zur politischen Meinungsbildung bei und setzt sich stets kritisch mit gesellschaftsrelevanten Themen auseinander.

Einer der erfolgreichsten deutschen Blogs, der Postillion, erzielt dabei Reichweiten, die selbst namhafte Nachrichtenportale übertreffen. Mit 1,02 Millionen Shares (Likes, Shares, Tweets und Kommentare für Artikel bei Facebook, Twitter und Google+) im November 2015, liegt der Postillion vor Webauftritten wie zum Beispiel Stern, Süddeutsche.de oder ZEIT ONLINE und verzeichnet zudem mehr Facebook Fans als eben genannte gemeinsam. 2013 erhielt die Mutterseite des Postillions den Grimme Online Award in der Kategorie Information, was ein weiterer Indiz für dessen Relevanz und Reichweite ist.

Immer wieder entstehen bei veröffentlichten Artikeln Verwirrung, breite Diskussionen und verbale Auseinandersetzungen unter den Rezipienten, da satirische Inhalte nicht als solche erkannt, und stattdessen als ernst gemeinter Journalismus wahrgenommen werden. Auch auf Seiten der Medienschaffenden ist nicht immer ein kritischer Umgang mit Quellen zu verzeichnen. So sorgte ein bewusst falsch datierter Beitrag des Postillions zu Bahn Vorstand Pofalla in der Öffentlichkeit für große Verwirrung, ebenso kurios waren ungeprüfte Übernahmen von Meldungen durch russische oder syrische Nachrichtenportale.

Um Fehleinschätzungen entgegen zu wirken bedarf es einem verstärkten Ausbau von Medienbildungsangeboten im schulischen, außerschulischen und Erwachsenenbildungbereich. Medienkompetenz spielt eine wesentliche Rolle, die es den Nutzern erlaubt Inhalte richtig zu deuten und so zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit zu unterscheiden.

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