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Rennradeln

Mit Tempo und Fitness von A nach B

Der Wind faucht in den Ohren. Schweiß tropft von der Stirn. Der Kopf sitzt tief, der Blick ist starr nach vorne gerichtet. Die Atmung ist tief, im immer gleichen Rhythmus. Neben mir fliegen Felder und Sträucher vorbei. Hin und wieder der Blick auf die Uhr. Die Zeit wird besser. Jetzt nicht schlappmachen und das Tempo halten.

Rennradfahren ist nicht nur körperliches Training. Eine mentale Fitness ist ausschlaggebend für schwierige und lange Routen. Auch wenn die Glieder anfangen zu schmerzen, der Rücken sich versteift oder auch mal Finger für kurze Zeit taub werden: Der Kopf muss es schaffen dies auszugleichen und auszublenden. Fokussiert nach vorne schauen, den Schmerz ausblenden. Es schaffen in den Flow zu kommen, gleichmäßig zu atmen und stetig die Kurbeln zu treten.

Und genau hier setzt die besondere Wirkung dieser Sportart ein. Man bekommt den Kopf frei, ist nur bei seinem Körper und nach einer gewissen Zeit, kann man selbst diesen aus den Gedanken verlieren. Bei einer Route von mindestens einer Stunde Fahrt, ergibt sich danach ein Gefühl hoher Zufriedenheit: Es ist genau nachvollziehbar was die eigene Leistung gebracht hat, es stimmt sich ein positives Körpergefühl ein, und der Geist ist bereinigt. Nebenbei kommt ein Freiheitsgefühl auf, da der Ausbruch aus dem alltäglichen Arbeiten und sitzen, hin zum Genießen der Natur gelungen ist.

Mit ein bisschen mehr Training ist es auch kein Problem, dieses Gefühl zu teilen, in dem man sich mit Partnern auf gemeinsame Touren begibt. Dabei ist es möglich, sich gegenseitig anzuspornen und noch potenzielle Energien zu aktivieren. Längere Fahrten sind in der Gruppe kein Problem, da man hier das Phänomen des Windschattens ausnutzen kann, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Bereits nach kürzeren, regelmäßigen Trainings macht sich eine körperliche Veränderung bemerkbar. Die Ausdauer steigt, da sich Muskelmasse aufbaut und der Körper an die Bewegung gewöhnt. Außerdem verändert sich die Atmung in einen gleichmäßigen, intensiven Rhythmus und schafft somit mehr Potenzial, Energie zu aktivieren. Auch die eigenen Grenzen werden schnell erkannt und als solche gegebenenfalls auch überschritten.

Zu Beginn ist es vor allem hilfreich, lieber 2-3-mal die Woche je 1 Stunde zu fahren, als jede Woche eine große Tour von 3 Stunden in Angriff zu nehmen. Der Körper kann so Kontinuität aufbauen und sich langsam an den neuen Sport gewöhnen. Außerdem hat man hierbei ein schnelleres Zufriedenheitsgefühl und ist nicht enttäuscht, die große Runde nicht geschafft zu haben. Denn zu Beginn steht immer der Spaß am Fahren, durch welchen der Ehrgeiz neue Projekte anzugehen, von ganz alleine kommt. Selbst kurze Sprinteinheiten, welche im alltäglichen Fahren eingebaut werden können, regen diesen an.  Eine schnelle Fahrt durch die Stadt kann zum Beispiel sehr spannend und abwechslungsreich sein und verbindet dabei zwei Orte innerhalb kürzester Zeit.

Hierbei ist zu bemerken, dass das Rennrad das flexibelste und oft auch schnellste Fortbewegungsmittel im urbanen Raum ist, da mit einem gewissen Training Geschwindigkeiten von Autos erreicht und öffentlichen Verkehrsmitteln überschritten werden können, ohne dabei ständig im Stau zu stehen oder anhalten zu müssen. Zudem kann man immer den direktesten Weg von Ort zu Ort nehmen und auf Umsteigezeiten verzichten.

Um eine Stadt und ihre Umgebung kennen zu lernen, ist das Rennrad ebenfalls sehr gut geeignet. Routen werden sich vorher angeschaut und eingeprägt, Straßennamen und spezifische Anhaltspunkte gemerkt. Indem man bei größeren Touren einfach drauflosfährt, hier und da abbiegt ohne sich im Klaren darüber zu sein, wo die Reise genau hingeht, entdeckt man viele Orte, die sehr interessant sein können und sich anderweitig nie ergeben hätten.

Um im richtigen Fluss zu bleiben und sich genau ausgewiesene Rennrad Touren vorzubereiten, taugen kleine verschiedene Apps wie etwa komoot. Hier können verschiedene Voraussetzungen angepasst werden, um einen hohen Fahrspaß zu garantieren und nicht etwa alle zwei Minuten an einer Ampel stehen bleiben zu müssen. Des Weiteren hilft ein Blick auf stadtnahe Fahrradwege, oder die Suche nach bereits gemachten und ausgewiesenen Rennradtouren.

Bevor es jedoch auf die Straße geht, muss erst einmal der passende, fahrbare Untersatz her. Hier gibt es diverse Ratgeber, welche auch sinnvolle Hinweise bieten. Jedoch ist die Erfahrung, dass diese Auswahl meist bereits sehr hochpreisig und für einen Einstieg in das Rennrad fahren gar nicht unbedingt nötig ist. Hier tun es auch aufgebaute Räder für den halben Preis, wenn deren funktionsweise gecheckt und überarbeitet ist. Wenn hier etwa Tretwerk, Gangschaltung und Bremsen von einer guten Qualität sind, so ist dies meist schon die halbe Miete. Der Spaß bleibt dabei nicht unbedingt auf der Strecke.

Im Allgemeinen gilt: Entwickle regelmäßigen Fahrspaß, kümmere dich um dein Rad und lass dir Tipps geben.

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