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Poetry Slam – Ein Battle der besonderen Art

Am Dienstagabend, dem 20.09.2016, lud die Leipziger Veranstaltungstätte Täubchenthal zum Poerty Slam ein. Ein Battle der ganz besonderen Art stand auf dem Programm. Es war Zeit für das Städtebattle Leipzig vs. Frankfurt. Vier Leipziger, darunter auch eine weibliche Vertretung, traten gegen drei Frankfurter an. 20 Uhr fiel der Startschuss für einen dreistündigen Abend voller Poesie, Wortgewandtheit und Witz. Das Täubchenthal selbst präsentierte sich bestuhlt, sodass rund 300 Personen Platz nehmen konnten.
Gespielt wurde nach dem amerikanischen Prinzip, das heißt: 7 Minuten Zeit, nicht mehr als 50% Gesang, Kostüme oder Requisiten sind nicht gestattet, Bewertung erfolgt durch das Publikum. Sieben glückliche Auserwählte hatten die Aufgabe die Stimmung des Publikums einzufangen und nach jedem Auftritt die Punkte auf einer Tafel zu präsentieren.
Durch den Abend führte die charmante Stimme von Tim Thoelke, auch bekannt als der Begründer der allseits beliebten Quizshow Riskier dein Bier oder in Aller Ohren als Stadionsprecher von RB Leipzig. Neben ihm glänzte im schwarzen Anzug Christan Meyer, der seinerseits als Poerty-Slammer schon die Bühnen der ganzen Republik besucht hat. Beide zusammen ein harmonisches Duo mit einer gewaltigen Portion Charme und Humor.
Der Abend mit all seinen Künstlern/innen zeigte sich von seiner besten Seite. Für herzhafte Lacher und tosenden Applaus sorgten, neben den Moderatoren, die einzelnen Auftritte der Künstler/innen. Neben „Shitstorm“ gegen Studenten, in einem Raum voller Studenten, von einem Berliner Studenten, welcher zu Beginn und nach der Pause eine amüsante Kostprobe seines Schaffens präsentierte, gab es Texte über den Kuckuck und den Weg in die Uhr oder die Frage danach „wie man die Ungerechtigkeit der Welt aufwiegen kann“. Zum Nachdenken regte auch der Text der einzigen Frau, der Leipzigerin, an. Sie stellte kurzum die Utopie auf „Kein Krieg, sondern kein Internet“ und hielt dem Publikum 7 Minuten einen Spiegel des eigenen Seins, in seiner digitalisierten Welt, vors Gesicht.
Doch trotz der sehr guten Leistung, von Leipziger Seite, lagen Sie vor der Pause mit 0,9 Punkten im Rückstand.
Doch das sollte sich ändern als Malte Rosskopf in der siebten Runde zum Gegenschlag ausholte. Gemeinsam mit Nils Straatmann legte er eine besondere Performance auf die Bühne. Poerty Slam der ganz besonderen Art.
Sein Text handelte von zu viel Denken und den daraus resultierenden Folgen. Die Besonderheit hier lag im Auftritt selbst. Malte Rosskopf und Nils Straarmann traten als einzige am Abend im Duo auf. Mit der Stärke chorischer Worte beeindruckten sie den ganzen Saal und holten die höchste Punktzahl des Abends. Nachdem der Saale jetzt nur noch gebannter an den Lippen der Künstler/innen hing, setzte mal Malte Rosskopf noch einen drauf und sicherte sich im Finale die Herzen Aller. Seine Hommage ging an den „Herrn Moment“, welcher als ein schöner Zeitpunkt bekannt ist und herausgezögert werden möge. Ebenso wie sein eigener Moment „an diesem heutigen Abend im Täubchenthal“. Doch Frankfurt wollte sich mit dieser Schmach nicht zufriedengeben und schicke sein bestes Pferd ins Rennen.
Samuel Kramer bestritt diesen Wettkampf mit seinem Text „Ich muss gar nichts! Und das ist auch gut so“. Ein Text gegen die Leistungsgesellschaft, für den wahren Sinn des Lebens und ein Auftritt bei dem Allen, wortwörtlich, der Atem stockte. Sein Battle bestritt es mit langem Atmen und einem darin gipfelnden Sprechgesang und schlug, in dieser letzten Runde, Malte Rosskopf.
Das Finale war beschritten.
Nach nun mehr 3 Stunden waren nur noch ein letztes Mal die Rechenkünste der Moderatoren gefragt. Ein Smartphone musste Abhilfe schaffen und kurzum stand fest: „Leipzig gewinnt mit einem Punktestand von 255,8“.
Frankfurt belegt mit einem knappen Unterschied von 0,8 Punkten den Zweiten Platz.
Das Publikum toste zum Abschluss noch einmal laut denn, „Applaus ist das Brot des Künstlers“.

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