Arne Herkert

Merseburg lädt dieses Jahr wieder zur Schlossweihnacht ein. Zwischen dem 7. und 16. Dezember kann man in dem ehrwürdigen Hof des Merseburger Renaissance-Schlosses und auf den Platz vor dem 1000-jährigen Kaiserdom ein kleines Weihnachtswunder erleben. Neben großer Bühne mit vielen Programmpunkten für Klein und Groß sowie verschiedenen Kunsthandwerkern ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Doch die Frage die sich jeder vor einem Weihnachtsmarkt besucht stellt, ist doch: Wo gibt´s den besten Glühwein?!

Dieser Frage sind wir, mit viel Geduld und vollen Geldbeuteln, auf den Grund gegangen.

Im Innenhof des Schlosses wird man von den Ständen einmal im Kreis geleitet. Wir haben uns deshalb das Glühwein-Angebot im Uhrzeigersinn vorgenommen. Die erste Bude mit Glühwein im Angebot befindet sich auf der rechten Seite. Sie ist klein und schnöde und der Glühwein wird in Pappbechern serviert. Die könnt ihr getrost überspringen. Da hat der Markt in Sachen Glühwein eindeutig besseres zu bieten.

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Der Glühwnsteinstand vom Weingut Eckner
Zum Beispiel den zweiten Stand ein paar Meter weiter auf der gegenüberliegenden Seite. Hier serviert das Weingut Eckner roten und weißen Glühwein. Diesmal sogar im Keramikbecher! Über den Glühwein waren wir uns jedoch uneins, denn einigen von uns fehlt es an Süße. Wer’s ein bisschen herber und würziger mag könnte hier aber genau richtig sein. Das Weingut Eckner ist außerdem der einzige Stand der uns Vertrauen entgegen bringt: Auf die Becher gibt es kein Pfand! Es wird nur freundlich darauf hingewiesen die Becher doch bitte trotzdem zurück zu bringen. Nagut, genau genommen nimmt der erste Stand auch kein Pfand. Produziert dafür aber jede Menge unnötigen Restmüll.

Langsam werden die Wangen rot von der inneren Wärme und wir unterbrechen unsere Glühwein-Runde kurz, da eine Stimme von der Bühne verkündet das nun der Riesenstollen angeschnitten wird. Das dürfen wir natürlich nicht verpassen!

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Weihnachtsmann und Bürgermeister auf der Bühne
Vor der Bühne finden wir eine große Traube aus vielen Familien die sich zum Spektakel versammelt haben. Also Spektakel ist jetzt vielleicht auch etwas zu viel gesagt. Auf der Bühne stehen ein Weihnachtsmann ohne Mütze, ein Bäcker mit Mütze und neben ihnen der Oberbürgermeister Jens Bühligen. Wahnsinn wen der so alles kennt…Vor ihnen liegt auf einem Tisch ein etwa sechs Meter langer Stollen.

Die folgenden 5 Minuten bis endlich der Stollen angeschnitten und verteilt wird, geraten etwas skurril. So fragt Santa im Laufe der Konversation ob der Bürgermeister denn auch schön brav gewesen sei und verlautbart dann, ohne eine Antwort abzuwarten: “Man hört ja so einiges!”. Auf der Suche nach einem Kind dem die Ehre Gebühren soll den großen roten Knopf zu drücken, der den Weihnachtsbaum erleuchten lässt, ruft der Bürgermeister ein paar Minuten später euphorisch: “Ich wünsche mir ein Kind!”.

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Der Riesenstollen wird an die gierige Menge verteilt

Wir verlassen die Show etwas verwirrt, aber zufrieden, denn wir haben alle ein gratis Stück Stollen abgegriffen.

Der nächste Stand ist der dritte in der Runde. Es handelt sich um eine pompöse Hütte mit jede Menge Lichterketten und Lametta. Opa Hoppenstedt wäre sicherlich sehr erfreut. Auch die Auswahl an Heißgetränken ist hier üppig. Von Eierpunsch über heiße Schokolade bis hin zu Glühwein. So normal das Angebot anfangs wirkt, es gibt es alles in verschiedenen Ausführungen. Ob Kirschglühwein oder heiße Schokolade mit After Eight, der Stand bietet für jeden, der gelangweilt vom Standard-Angebot ist, eine Abwechslung. Doch auch alles gute hat seinen Haken, denn hier zahlt ihr für die hübsch weihnachtliche Tasse 2€ Pfand.

Den letzten Stand findet ihr, wenn ihr zu den kleineren Ständen, geht die Deko und Schmuck verkaufen. Auch hierbei handelt es sich um einen Winzer-Glühwein. Der war jedoch (trotz der Tatsache das es sich um weißen gehandelt hat) nichts Besonderes. Geschmacklich ähnelte er sehr dem vom zweiten Stand und sie haben sogar die selben Becher wie dieser. Er war so unscheinbar, dass wir glatt vergessen haben Bilder zu machen und aus diesem Grund ist er für uns nicht wirklich existent.

Abschließend kann man über den Merseburger Weihnachtsmarkt jedoch sagen das es sich lohnt Ihm einen Besuch abzustatten und sich selbst ein Bild von den unterschiedlichen Glühweinen zu machen. Wer es eher etwas trockener und nicht so süß mag, der sollte zu einem der Winzer-Stände gehen, bei wem es schnell gehen muss, oder wer seinen Glühwein mitnehmen möchte, der ist super bei dem Stand mit den Einweg-Bechern aufgehoben und für Süße und Experimentierfreudige ist der Glühwein vom reichlich verzierten Stand etwas.

Dieses Wochenende könnt ihr euch noch selbst ein Bild vom Weihnachtsmarkt und dem Glühwein machen.

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