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Mal kurz ums Eck – in den Regenwald

Ferien fast vorbei? Schnell noch was erleben?

Der Sommer ist fast vorbei und somit auch die vorlesungsfreie Zeit. Ein paar Tage sind uns aber noch geblieben. Ein wenig Zeit um zu entspannen oder einen Endspurt bezüglich unserer Hausarbeiten hinzulegen. Auf diesen Artikel trifft Letzteres zu. Er liefert aber einen Beitrag für Ersteres.

Entspannung geht ganz unterschiedlich; im Bett oder auf der Couch mit Film, Serie oder Buch, bei einem Bier mit seinen Freunden, im Garten oder auf dem Balkon, mit Sport und Bewegung, vielleicht noch einem letzten Ausflug in die Natur. Das ausgeglichene Klima des Waldes, die gereinigte Luft angereichert mit den ätherischen Ölen der üppigen Pflanzenwelt sind eine wahre Wohltat für Haut, Lungen und den gesamten Organismus auch das Grün des Waldes hat eine ausgleichende Wirkung auf die Psyche. Wie wäre es also mit einem Ausflug in den nahegelegenen Harz? Oder in das Grüne Herz Deutschlands, den Thüringer Wald? Doch auch Sachsen bietet mit der Sächsischen Schweiz ein ganz besonderes Naturspektakel. Tatsächlich geht es noch näher und nicht einmal alle Leipziger, die ich kenne, sind sich dieser Perle der Natur wirklich bewusst, welche sich mitten unter ihnen befindet.

Vielen ist Leipzig als eine grüne Stadt bereits bewusst. Oft weniger bekannt ist die Tatsache, dass es sich dabei um einen Auwald handelt und was es damit auf sich hat. Viele denken bei dem Wort „Au“ erst mal an ein Wehwehchen und bei Aue wiederum an Frodo und Bilbo Beutlin im Auenland.

Der Auwald kommt der Heimat der Hobbits tatsächlich näher als den Wehwehchen, denn „Au/Aue“ leitet sich von einem altgermanischen Wort für Wasser ab. So ist das Auenland ein Gebiet das mit vielen Fließ- und Stehgewässern durchzogen ist und der Auwald eben ein Laubwald, in einem durch Fließ-  und Stehgewässer gezeichneten Gebiet. Das klingt erst mal weniger spektakulär, als es ist. Auwälder (oder Auenwälder) nennt man jedoch nicht grundlos auch „Regenwälder Mitteleuropas“. Durch regelmäßige Überschwemmung dieser Gebiete ergeben sich feine Sedimentablagerungen, welche den Boden besonders fruchtbar machen. Flora und Fauna prägen sich auf diese Weise besonders vielfältig aus, was ebenfalls zum genannten Beinamen beiträgt. Die Flüsse der Leipziger Aue wurden jedoch in den 30er Jahren eingedeicht, wodurch keine Überflutung mehr vorkommen. Was damals hauptsächlich Weichholzaue war, wurde somit größtenteils zu einer Hartholzaue. Vegetation und Tierwelt veränderten sich. Dennoch sind immer noch zahlreiche Flussläufe und der besonders fruchtbare Boden vorhanden. Seltene Pflanzen- und Tierarten vermehren sich hier. Selbst die sehr scheue und selten gewordene Wildkatze siedelt sich seit wenigen Jahren wieder an. Die Wahrscheinlichkeit, an einem der Ufer einen Eisvogel beobachten zu können, ist auch nicht gering, vor allem während einer gemütlichen Paddeltour auf der weißen Elster. Gut zu beobachten sind die weniger scheuen Nutrias.

Es gibt viel zu entdecken und mehr als eine Möglichkeit, das zu tun. Wie bereits erwähnt, wäre ein einfacher Spaziergang ein Anfang. Oder man wagt gleich eine ausführlichere Wanderung. Routenvorschläge dafür sind zahlreich im Internet vorhanden. Ein Kanuausflug offenbart den Auwald auf spezielle Weise. Schneller und weiter geht’s auch mit dem Fahrrad. Wer aber scharf ist auf noch mehr Infos und Tipps, kann bei der Auwaldstation in Lützschena vorbeischauen. In ihrem Jahresprogramm werden interessante Führungen und Erlebnisse angeboten. Es lohnt sich einen Blick hinein zu werfen. Die „Auwald-Erlebnispfade- App“ der Auwaldstation bietet außerdem zwei Wanderwege, auf denen interessante Infos zu einzelnen Standorten zu hören und lesen sind. Die App ist kostenlos im App-Store erhältlich, kann also einfach auf das eigene Smartphone geladen werden. Wer keins besitzt kann sich Tablet oder Smartphone zu Öffnungszeiten ausleihen (Rückweg einberechnen).

Auwald - Einblick in den Erlebnispfad

Viele Gebiete des Auwaldes stehen unter Naturschutz. Wenn ihr jetzt also Lust auf einen solchen Ausflug habt, denkt daran, dass hier besondere Regeln gelten. Im Endspurt, viel Erfolg!

Ein Beitrag von: Felicitas Mein, Mia Herrmann, Patricia Murach

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