Janina Molloy

Eine Reisebericht von Janina Molloy

„Hamburg meine Perle…“ oder „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…“, so heißt es doch so schön. Es wird geschunkelt und mitgesungen.
Ich befinde mich gerade in der Fischauktionshalle auf dem Hamburger Fischmarkt, der jeden Sonntag stattfindet. Es ist früh um 7:30 Uhr und es herrscht ein reges Treiben, es stehen unterschiedlichste Menschen in der Halle, die der Live Musik lauschen und dabei ihr Bier oder einen frisch aufgebrühten Kaffee trinken.

Fischauktionshalle auf dem Fischmarkt, Foto: Janina Molloy

Manchen sieht man an, dass sie von einer durchzechten Nacht auf der Reeperbahn kommen oder extra frühaufgestanden sind, um zu einer der größten Aktionen von Hamburg zu kommen. Mein Schritt geht aus der Halle heraus und in den Regen hinein. Überall bieten die Marktschreier ihre Ware an. Aal Dieter erzählt eine seiner berühmten Geschichten und verkauft nebenbei seinen Fisch. Andere wollen den Spargel für 2€ das Kilo loswerden oder es stehen ausgewählte Obstsorten in hübschen Körben verpackt auf den Tischen bereit. Das erste Fischbrötchen wird gekauft und zum Frühstück verzerrt. Der Hamburger Fischmarkt ist ein Muss, wenn man in der Hafenstadt zu Besuch ist. Hier bekommt man das typisch nordische „Moin moin“ zu hören und es zeigt die lockere Mentalität der dort lebenden Menschen.

Aber mal zum Anfang. Es ist Pfingstsamstag morgen und wir sind auf dem Weg nach Hamburg mit einer Mitfahrerin und ihrem Cello. Nach einigen Staus kommen wir endlich an und checken in das Ibis Hotel Alsterring in Wandsbek ein. Das erste was wir machen ist verschnaufen und das Zimmer begutachten. Nach der kurzen Pause, gehen wir zur nahegelegen S- und U-Bahn-Station. Mit den vorhandenen Linien kommen wir schnell in die City und zur Reeperbahn. Unser Weg führt uns an die Haltestelle Jungfernstieg, direkt an der Alster und die Alsterarkaden, wir möchten gerne zum Michel und müssen noch ein Stück zu Fuß gehen, wo wir der High-Society Hamburgs begegnen. An der Alster selbst ist eine Parallelstraße voll mit luxuriösen Geschäften, wie z.B. Gucci, Prada, Lancôme oder Rolex.

Die Alsterarkaden, Foto: Janina Molloy
Hauptkirche Sankt Michel, Foto: Janina Molloy

Der Weg führt uns über einen Marktplatz, wo man entspannt sitzen und sein Kaffee oder Bier genießen kann. Endlich am St. Michel angekommen erwartet uns ein kleinerer Raum mit einem Schalter, wo wir unsere Tickets zum Besteigen des Michels kaufen können. Es gibt einen Aufzug, jedoch wird die Treppe empfohlen, da lange Wartezeiten beim Aufzug sind. Nach 452 schweißtreibenden und schwindelerregenden Stufen kommen wir in 132m Höhe an und haben eine komplette Sicht auf die wunderschöne Stadt Hamburg. Die frische Seeluft weht uns um die Nase und wir genießen es und schauen was man alles entdecken kann, wie den Hafen, die neuerbaute Elbphilharmonie, die Reeperbahn und vieles mehr. Unten wieder angekommen, gehen wir in die Kirche hinein, wo gerade ein Chor probt, der große Kirchensaal ist bemalt und prunkvoll. Viele Besucher hören der Chorprobe zu. Vom Michel aus gehen wir weiter in Richtung Hafen und möchten in Richtung Reeperbahn gehen. Dabei kommen wir an den Landungsbrücken vorbei und gehen weiter Richtung St. Pauli.

Nach unserem Abendessen im Maredo, zwischen Reeperbahn und dem Millerntor Stadion in St. Pauli, geht es auf direktem Wege auf die Reeperbahn. Weil wir gerne Fußball gucken möchten und das Championsleague Finale ansteht, setzen wir uns in die Bar „Storys“. Die Stimmung ist super, es sind Menschen aus aller Welt da und man kommt sofort ins Gespräch, zum Beispiel mit in einer Gruppe Briten die einen Junggesellenabschied feiern, wovon es hier sehr viele gibt. Nach dem Spiel zieht es uns weiter, wir wollen das Hamburger Nachtleben hier auf der berühmten Meile kennen lernen. Viele bunte Lichter, schrille Kleidung und laute Musik machen es zu einem besonderen Spektakel. Ich bin sehr fasziniert und beeindruckt. Bei der großen Freiheit angekommen, erkenne ich sofort den Olivia Jones Club und andere berühmte Lokalitäten, die ich aus dem Fernsehen kenne. Es ist viel los, aber macht Spaß dem regen Treiben zuzuschauen und die Menschen zu beobachten. Nach einer größeren Runde Sightseeing bei Nacht, im bunten und zugleich schrillem Viertel St. Pauli und einem Absacker in der Hafenkante, geht es mit der S-Bahn zurück ins Hotel, um fit für den nächsten Tag zu sein. Da stehen der Fischmarkt, die Landungsbrücken, die Speicherstadt und vieles mehr auf dem Plan.

Die große Freiheit, Foto: Janina Molloy

Der zweite Tag bricht an und ich bin schon früh wach, wir machen uns für den Fischmarkt bereit und fahren direkt mit der S-Bahn zur Reeperbahn, dort steigen wir aus und gehen den Rest zu Fuß. Es sind schon viele Leute auf dem weg dort hin. Am Fischmarkt angekommen stehen viele Menschen und schauen sich die verschiedenen Stände an. Es gibt hier vieles was man kaufen kann, dies geht von frischen Obst und Gemüse, über Taschen, Schals und Schmuck bis hin zu Fisch in jeglicher Art.

Es geht nach unserem Trip in Richtung Hafen, zu den Landungsbrücken. Wir schauen uns dort um und beobachten die ganzen Menschen die auf die Schiffe steigen um eine Elb- und Speicherstadtrundfahrt zu machen. Diese gehen ca. 1-2 Stunden, je nach Art der Rundfahrt, mitmachen lohnt sich denn der Blick vom Wasser ist unbeschreiblich. Wir sitzen einfach da und genießen die warmen Sonnenstrahlen und den leichten Wind mit einem kühlen Getränk. Von den Landungsbrücken aus gehen wir weiter zur Elbphilharmonie, der Bau ist dieses Jahr abgeschlossen worden und eine große Attraktion in Hamburg. Auch hier möchten viele Menschen den Ausblick genießen und stehen Schlange um mit der Rolltreppe hinauf zu fahren und das einzigartige Bauwerk zu erkunden.

Speicherstadt, Foto: Janina Molloy
v. l. n. r. Hamburg Dungeon, Miniatur Wunderland, Kaffeerösterei Speicherstadt, Foto: Janina Molloy

Weiter geht es in die Speicherstadt, es steht unter Denkmalschutz und ist auf der Liste des UNESCO Welterbes. In den Häusern dieser Speicherstadt, befinden sich verschiedene Lokalitäten, unteranderem die Speicherstadt Kaffeerösterei, mit unheimlich gutem Kaffee, der bis nach draußen duftet und frisch gebackenem Kuchen. Nebenan ist das Miniatur Wunderland, dies ist nicht nur für kleine Kinder, sondern auch für Große. Es ist beeindruckend was man dort alles finden kann.
Ein weiteres Ziel ist das Hamburg Dungeon, es erzählt auf eine etwas gruselige und zugleich lustige Weise, die Geschichte von Hamburg. Eine Mischung aus Gruselkabinett, Show und Fahrgeschäfte bereitet den Besuchern einen kleinen Schrecken, aber mit viel Witz und Wissen. Hier kann ich ein Kombiticket empfehlen, dies ist deutlich günstiger und man hat noch andere Attraktionen die man nutzen kann.

Unser Tag ist noch nicht beendet, denn wer Olli Dittrich kennt und Fan von seiner Show „Dittsche“ ist, muss die Eppendorfer Grillstation besuchen, eine sehenswerte und schöne Ecke in Hamburg. Es gibt leckeres Essen, die Atmosphäre ist toll und man kann bestaunen welche Prominenten sich schon alles in dem Imbiss aufgehalten haben.
Den Abend lassen wir an der Alster und dem Jungfernstieg ausklingen, eine Alsterfahrt ist zu empfehlen und lässt einem einen schönen Blick auf Hamburg genießen. In der Nähe befindet sich auch das imposante Rathaus. Hier kann man gemütlich sitzen und die beeindruckende Kulturstätte bewundern. Zwei Straßenecken weiter, ist ein toller Italiener genannt „mama trattoria city“, es ist super lecker und sie bieten tolle Menüs an. Ich war begeistert und würde sofort wieder hin. Nach dem ereignisreichen und eindrucksvollen Tag sind wir kaputt und erledigt im Hotel.

Blick von der Alster, Foto: Janina Molloy

Heute ist der letzte Tag in Hamburg und wir mussten schon auschecken, wir wollen aber noch nicht direkt nach Hause und fahren noch einmal zu den Landungsbrücken. Wir wollen durch den Alten Elbtunnel gehen und fahren mit dem Aufzug in 24m Tiefe, der Tunnel ist ca. 448m lang. Bei dem warmen Wetter ist es angenehm kühl unter der Elbe. Ich muss sagen, dass es schon ein wenig gruselig ist hier entlang zu gehen, wenn ich mir vorstelle das die Elbe über uns ist, jedoch ist es eine tolle Erfahrung. Auf der anderen Seite angekommen ist der Blick auf Hamburg wunderschön und kaum zu überbieten. Mit einem letzten Astra in der Hand, dem Ausblick und den Sonnenstrahlen lässt sich das Leben genießen. Zum Schluss wird bei den Landungsbrücken noch einmal ein Fischbrötchen an der „Brücke 10“ gegessen und die Seeluft noch einmal eingeatmet.

Der Blick auf Hamburg von der anderen Seite der Elbe, Foto: Janina Molloy
Die Herbertstraße in Hamburg, Foto: Janina Molloy

Auf dem Weg zum Auto kommen wir an der etwa 100m langen Herbertstraße vorbei. Hier stehen bunte Häuser, wo die „Damen“ Räume anmieten können und auf Gäste warten. Unteranderem werden Frauen und Kinder ungern gesehen, deshalb wurde 1933 eine Barriere vor den beiden Enden der Straße aufgebaut, damit es keine direkte Einsicht gibt. Wer aber noch Interesse am ältesten Gewerbe hat und mehr darüber lernen möchte, kann an Führungen der Reeperbahn teilnehmen.

Leider ist nun das Wochenende vorbei und unser Weg führt vom Hauptbahnhof und zwei Mitfahrern zurück nach Hause.

Alles in allem ist Hamburg eine wunderschöne, vielfältige und sehenswerte Stadt. Es gibt vieles zu entdecken, zu erfahren und zu bestaunen. So viel Kultur und Leben an einem Platz und bunt gemischt. Zum Schluss kann ich euch noch wärmstens empfehlen, euch die Hamburg Tourismus App herunterzuladen, diese habe ich oftmals benutzt, es gibt dort viele hilfreiche Informationen zur Stadt, Essen und Feiern gehen und auch zu den verschiedenen Architekturen und anderen Sehenswürdigkeiten. Probiert es also aus und eventuell wenn ihr mal da seid, viel Spaß.

Dem Lied „Hamburg meine Perle…“ von Lotto King Karl kann ich nur zustimmen, du bist wirklich eine wunderschöne Stadt.

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