Henrike Weise

Wer in Halle lebt und der Kletterleidenschaft verfallen ist muss ganz schön leiden….Denkste!

Denn wer genau hinschaut findet auch nördlich der Alpen kleine aber pittoreske Klettergebiete mit lohnenswerten Routen. Angefangen mit dem Weser-Leine-Bergland bei Hannover, über den Harz bis zum Elbsandstein-Gebirge bei Dresden, zieht sich ein Gürtel mit interessanten Felsen durchs Land.

Wer in Halle wohnt hat es also nicht weit in alle Richtungen und wenn es nur ein Tagesausflug sein soll geht es auch in die Hohburger Berge bei Leipzig oder nach Löbejün. Dank der IG Klettern Halle/Löbejün e.V. ist hier ein wahrer Klettergarten entstanden.

Und selbst in der Stadt gibt es einiges zu entdecken. Es kann in kleinen Steinbrüchen sowohl mit dem Seil geklettert als auch gebouldert werden. Die letztere Disziplin entstand als Trainingsform aus dem Klettern und bezeichnet ungesichertes Klettern bis in Absprunghöhe, also ohne Seil und je nach dem was mensch sich traut 3 bis 6m in die Höhe.

Diese etwas einfachere Form des Kletterns hat zur Zeit solche Anziehungskraft, dass überall kleine und große Trainingshallen aus dem Boden spießen. So kam es auch in Halle in diesem Jahr im April zu einer Neueröffnung. Das Boulderkombinat hat täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet und erlaubt Neugierigen das Schnuppern und Ausprobieren, ganz ohne die Gefahren des echten Felsens. Man denke nur an all die Mücken, die im Buschwerk der Natur hausen.

Aber wen die Leidenschaft gepackt hat und wer keine Mücken scheut, der wird schnell die Galgenberge, Klausberge und das Riveufer für sich entdecken. Der Geoquest-Verlag hat in seinem Repertoire auch die entsprechenden Topos, also Bücher mit Karten der Kletterwege, veröffentlicht. Hinter den Büchern mit den klangvollen Namen „Aufschwung Ost“ und „Rotgelbes Felsenland“ verbergen sich zwar keine aufregenden Abenteuerromane, aber quasi die Anleitungen die nächsten freien Nachmittage zu füllen. Mit unzähligen gezeichneten Karten, Fotografien und Detailbeschreibungen lässt sich damit schon ein eigener Trainingsplan erstellen. Vom leichten Grad für Kinder bis zum 7c+Boulder ist hier alles zu finden.Auch interessante Boulder an Statuen, Brücken und mitten durchs Graffiti gehören zum richtigen Bouldern in der Stadt dazu. Auch wenn die Farbe die Tritte teilweise etwas rutschig werden lassen, ist es immer wieder lustig zwischen den Kunstwerken einen Weg zu suchen. Die Freude draußen zu sein und für diese unglaubliche Sportart keinen Eintritt zahlen zu müssen, gibt es kostenlos dazu!

Also ran an die Felsen, gerade jetzt im Sommer ist Genuss garantiert!

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Laura Nilges traversiert >Kleines Paradies 5b< am Galgenberg

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