Alexandra Luisa Weis

Die Avocado ist eine einzigartige Frucht. Um kaum ein Lebensmittel ist in den letzten Jahren so ein Hype entstanden, wie um die Avocado. Allein auf Instagram wurden unter dem #avocado mehr als 9 Millionen Beiträge geteilt. Mit ihrer cremigen Konsistenz und ihrem unverwechselbaren Geschmack ist sie eine beliebte Zutat in verschiedensten Gerichten geworden und als Guacamole auf keiner Party mehr wegzudenken.

Wie bei jedem entstehenden Hype sieht man zuerst nur die positiven Seiten. Oder man informiert sich gar nicht und denkt, es muss schon alles gut und richtig sein, da es ja alle so machen. Daher wollen wir im heutigen dEinblick-Beitrag einige Vorzüge der Superfrucht näher erklären, dabei aber auch die negativen Seiten des Booms nicht außer Acht lassen und uns alle eventuell zu einem bewussteren Umgang damit anregen.

Nährstoffaufnahme

Die Avocado ist nicht nur lecker, sondern auch besonders gesund. Fügt ihr sie zu euren Mahlzeiten oder einem Smoothie hinzu, sorgt das gesunde(!) Fett dafür, dass euer Körper die Nährstoffe aufnehmen kann und die Aufnahme von wichtigen Carotinoiden, die der Gesundheit guttun, wird bis auf das fünffache erhöht.

Vitamine

Die Frucht enthält eine Vielzahl an Vitamin A und E, die unverzichtbar für euer Herz sind und angeblich sogar dem Alterungsprozess vorbeugen.

Krankheiten und Schwangerschaft

Der Verzehr von Avocados beugt auch Schlaganfällen vor. Dafür sorgt die in den Früchten enthaltende Folsäure. Eine allgemein folsäurereiche Ernährung führt Studien nach zur Verringerung des Schlaganfallrisikos und hat positive Effekte auf eine gesunde Entwicklung des Fötus während einer Schwangerschaft.

Der Cholesterinspiegel kann innerhalb kürzester Zeit durch den Verzehr der Früchte gesenkt werden, sowie die Augen dadurch auch vor Netzhauterkrankungen (Grauer Star) geschützt werden können.

Durch all diese Vorzüge der Frucht ist es nicht verwunderlich, dass sich der Konsum in Deutschland in den letzten zehn Jahren vervierfacht hat. Im Jahr 2017 wurden  71.000 Tonnen Avocados importiert obwohl gleichzeitig auch der Preis stetig ansteigt. Die Exportländer, die uns hier mit Avocados versorgen, sind hauptsächlich Mexiko und Chile sowie andere mittel- und südamerikanische Länder.

Problemfrucht Avocado?

Durch die große Nachfrage gibt es dort und in anderen Exportländern immer mehr Probleme. Das Ziel ist natürlich, den Ertrag an Avocados zu maximieren, also so viel wie möglich anzubauen. Dafür werden Wälder gerodet und vor allem viel Wasser verbraucht. Wasser, das nun anderswo fehlt: bei den einheimischen Menschen.

Für die Produktion von einem Kilo Avocados, was etwa drei Früchte sind, werden 1000 Liter Wasser verbraucht. Das sind sieben volle Badewannen. Im Vergleich dazu benötigt man für die gleiche Menge Tomaten 200 Liter Wasser. Das Klima leidet, es fehlt an Grundwasser und große Flächen trocknen aus. Hinzu kommt der weite Weg, den die Früchte zurücklegen müssen, bis sie in unserem Supermarkt für uns bereitliegen.

Was können wir also als Avocado-Liebhaber tun, um die negativen Folgen des Konsums zu minimieren?

  1. Grundsätzlich sollte die Avocado ein Genussmittel und kein Grundnahrungsmittel sein.
  1. Lieber mal eine Frucht weniger kaufen, dafür aber auf Bio-Qualität und fairen Handel achten.
  1. Beim Kauf der Früchte auf die Herkunft achten: Kommt die Avocado aus einem eher regenreichen Land, wie zum Beispiel Spanien, Peru, Kenia, Mexiko, Chile oder Argentinien ist das prinzipiell schon mal besser, da diese die natürlichen Gegebenheiten für den Anbau haben. Wurde sie hingegen in einem warmen aber trockenen Land angebaut (z.B. Südafrika, Israel) ist viel mehr Bewässerung nötig gewesen.
  1. Alles von der Avocado kann Verwendung finden, auch die Schale und der Kern. Dazu findet ihr im Folgenden direkt ein paar Anregungen. Im Video seht ihr, wie ihr euren eigenen Avocadobaum ganz einfach selbst pflanzen könnt!

Das Pulver könnt ihr ebenso aus der Schale der Avocado herstellen. Hierbei ist es jedoch wichtig, die Schale gründlich zu waschen, da ansonsten schädliche Giftstoffe enthalten sein können. Mit diesen Grundrezepten könnt ihr natürlich auch noch viele weitere tolle Produkte herstellen und somit nie wieder einen Teil eurer Lieblingsfrucht verschwenden!

Ein Beitrag von Alexandra Weis und Angelique Lauckner

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