Beatrice Bigler

Heute ist DER Tag, um glücklich zu sein!

Wie an jedem 20. März wird heute der Weltglückstag, oder International Day of Happiness gefeiert.
Diesen haben die Vereinten Nationen 2012 beschlossen. Warum? Weil Glück wichtig ist! Es ist essentiell für unsere Lebensqualität und verdient deswegen besondere Anerkennung.
In der deutschen Sprache hat der Begriff Glück sehr unterschiedliche Bedeutungen: Glückliche Zufälle, Glückwünsche, Glücksmomente, Glücksgefühle. Alles wird mit dem gleichen Wort beschrieben. In diesem Artikel geht es um das innere Wohlergehen und hilft euch vielleicht, eures nachhaltig zu steigern!

Glück ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Es gibt kein Universal-Rezept, mit dem man glücklich wird. Dennoch gibt es Dinge, die wir alle teilen. Die längste und vermutlich umfangreichste Studie zum Thema Glück war wohl die Adult Development Study, welche in die Grant-Study-Gruppe und The Glueck-Study-Gruppe aufgeteilt wurde. Sie wurde durch Forscher*innen Harvards realisiert. Die Studien wurden 75 Jahre lang mit über 600 Probanden durchgeführt und beschäftigten sich mit Gesundheit und Wohlbefinden und eben mit Glück. Es gab ein erstaunlich klares Ergebnis, das sich bei dieser hohen Anzahl an verschiedenen Leben und Schicksalen herauskristallisierte: Enge, zwischenmenschliche Beziehungen. Sie machen uns nachweislich glücklicher. Dabei geht es nicht um die Anzahl der Beziehungen, oder die Form: Ob romantisch, platonisch oder familiär, entscheidend ist die Qualität der Beziehung. Das hat natürlich die Schwierigkeit, dass diese so wichtige Komponente für ein glückliches Leben teilweise fremdbestimmt ist. Aber viel liegt auch in unserer Hand: Wir entscheiden, wie wir unsere Beziehungen pflegen wollen und sollten das für unser eigenes Wohlbefinden auch tun.

Außerdem gibt es noch andere Möglichkeiten, unser Leben so zu gestalten, dass es uns glücklich macht. In den 90er Jahren ist als neuer Bereich der Psychologie die „Positive Psychologie“ entstanden, welche sich mit dem Wohlergehen des Menschen befasst. Psychologie und Therapie werden üblicherweise eingesetzt, um Probleme zu lösen. Es geht um die Heilung von Krankheit. Die positive Psychologie dagegen wird präventiv eingesetzt, und versucht so weit es möglich ist zu vermeiden, dass der Mensch erst „krank“ wird. Sie stellt Wohlbefinden in den Mittelpunkt, das über die bloße Bedürfnisbefriedigung hinaus gehen soll. Im Mittelpunkt stehen zum Beispiel Charakterstärken: Die Fähigkeit die eigenen Stärken zu erkennen – und auch anzuerkennen – und einsetzen zu lernen. Eine andere Grundlage ist es, mit positiven Emotionen wie zum Beispiel Dankbarkeit und Zufriedenheit wahrzunehmen. Positive Psychologie soll helfen, unsere Zufriedenheit aufrechtzuerhalten und bestenfalls zu maximieren.

Die positive Psychologie befasst sich auch mit dem Erzeugen von Glücksmomenten, unter anderem dem „Flow“. Als Flow wird das Aufgehen einer befriedigenden Tätigkeit bezeichnet, etwa sportliche oder künstlerische Aktivitäten. Im Flow kann man die Zeit vergessen, während man völlig vertieft ist. Der Flow kann aber auch bei alltäglichen Aufgaben erlebt werden. Wichtig ist vor allem, dass die richtige Balance zwischen Anforderungen der Aufgabe und den eigenen Fähigkeiten ideal ist. So gibt es keine Hürden, man „fließt“ eben einfach durch den Schaffensprozess.

Was kann uns glücklicher machen?

Ganz einfach gesagt – Kontakt mit Menschen

Wie bereits gesagt, ist es lohnenswert, seine zwischenmenschlichen Beziehungen zu pflegen, da sie eine der wichtigsten Grundbausteine für unser Wohlergehen bilden. Liebevolle Momente mit anderen Menschen kann aber auch etwas ganz alltägliches sein, das mitunter mit Fremden passiert. Die Psychologin Barbara L. Frederickson erklärte in einem Interview mit der Flow-Zeitschrift die Wichtigkeit dieser Momente. Wenn wir uns mit jemandem, selbst jemand Unbekannten, gut verstehen, teilen wir ähnliche, positive Emotionen. Diese kurzen, besonderen Momente anzuerkennen, kann uns zufriedener und sogar gesünder machen!

Sport

Das wird wohl allgemein bekannt sein: Sport und Bewegung setzen Glückshormone frei: Dopamin und Serotonin geben uns dieses befreiende Gefühl, das wir nach dem Sport empfinden.

Meditation

Durch regelmäßige Meditation verringert sich empfundener Stress, dafür werden Konzentration und Aufmerksamkeit erhöht. So sind wir ausgeglichener und zufriedener.

Achtsamkeit

Die Mindfulness-Bewegung ist eingeschlagen wie eine sanfte, Lebens-bejahende Bombe, und das nicht ohne Grund: Wer sich in Achtsamkeit übt, lernt im Moment zu leben, und die kleinen schönen Dinge, die uns jeden Tag widerfahren wahrzunehmen. Schließlich können wir auch  erst dann erkennen, was uns glücklich macht, wenn wir es aktiv wahrnehmen. Deswegen ist Achtsamkeit auch sehr wichtig, um den oben beschriebenen Flow zu erleben – schließlich muss man voll und ganz da sein, um in einer Aktivität aufzugehen.

Eine Möglichkeit, achtsamer zu werden, ist auch, glückliche Momente festzuhalten. Dmitry Golubnichy tat eben das, mit seiner Challenge #100happydays: Er schoss jeden Tag ein Foto von etwas, das ihn glücklich machte. Inzwischen kann jeder an der Challenge teilnehmen und damit seinen Blick für die Dinge schärfen, die ihn täglich glücklich machen. Probiert es aus!

Nickerchen

Es ist wahr – Powernaps sind der Schlüssel zum Glück! …Naja, vielleicht nicht der Schlüssel, aber sie helfen. Es ist bereits bekannt, dass Powernaps uns aufmerksamer, produktiver und sogar kreativer machen! Und das macht uns glücklicher, bestätigte Professor Richard Wiseman in einem Interview mit der Independent. Es soll hiermit aber wieder darauf hingewiesen werden, dass ein Nickerchen eine Dauer von dreißig Minuten nicht überschreiten sollte, um diese Wirkung zu haben.

Die Sonne

Auch das wird jedem aufgefallen sein: Wenn die Sonne scheint, sind wir glücklicher! Zur Herstellung des Glückshormons Serotonin wird Vitamin D benötigt und dieses schenkt uns die Sonne. In unseren Breitengraden ist sie leider nicht so großzügig, weswegen auch viele Menschen mit „Winterdepression“ zu kämpfen haben. Die effektivste Zeit für die Vitamin D Aufnahme ist übrigens die Mittagszeit und es empfiehlt sich danach 4 bis 6 Stunden nach dem Sonnenbad nicht zu duschen, da das Vitamin D sonst nicht verarbeitet werden kann.

Und weil jeder sein eigenes Glücks-Rezept hat, haben wir euch gefragt, was euch glücklich macht:

Für Interessierte, die den Alltags-Blues überwinden wollen oder sich vornehmen ein strahlendes Glückskraftwerk zu werden, habe ich hier noch ein paar Lesetipps, die sich mit dem Thema Glück befassen:

Das Flow-Magazin: Es widmet sich Themen wie Mindfulness und Entschleunigung des Alltags. Die Steigerung der Lebensqualität steht im Fokus. Eingerahmt werden die Artikel von wunderschönen Fotos und Illustrationen.

Glücksarchiv: Diese Internetseite befasst sich ausschließlich mit dem Thema Glück. Sie bietet viel Input und Denkanstöße zum Thema Glück: https://www.gluecksarchiv.de/inhalt/begriff_glueck.htm

Flourish-Wie Menschen aufblühen: Die Positive Psychologie: Ein Buch der „Gründerin“ der positiven Psychologie, das sich rund um das Thema Glück und Wohlbefinden dreht.

Jetzt könnt ihr starten, jeden Tag zu einem Glückstag zu machen. Viel Glück!

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