Theresa Looke

Musik erfüllt den Saal. Zuschauer wippen auf ihren Sitzen mit. Jeder hat das Gefühl dabei gewesen zu sein.  Bei einer Ära der Musikgeschichte. Der Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“ begeistert Fans, reißt aber auch Rock-Neulinge in seinen Bann. Kein Wunder, dass die Rockoper nach über 43 Jahren ihrer Veröffentlichung einer der meistgestreamten Titel des 20. Jahrhunderts ist. Und der Film selbst? Bei den Golden Globe Awards 2019 ist er der Abräumer. Und das zu Recht.

Das Musikdrama beginnt in den 1970er Jahren in England. Farrokh Bulsara, Freddy genannt, hat Großes vor: er will auf Bühnen singen und das Publikum unterhalten. Er hat Glück, denn als er nach dem Auftritt seiner Lieblingsband „Smile“ mit den Jungs reden will, wurden diese gerade von ihrem Leadsänger verlassen. Die Jungs sind von Freddy´s Stimme fasziniert und die neue Gruppe namens „Queen“ gründet sich.  Schnell feiern sie ihre ersten Erfolge. Mit dem Hit „Bohemian Rhapsody“ gelingt ihnen 1975 der Durchbruch. Es folgen Ohrwürmer  wie: „We Are the Champions“, „I Want to Break Free“ oder  „We Will Rock You“. Die Band wird erfolgreicher, doch Freddy verliert sich selbst. Mit seiner Homosexualität kann er anfangs nicht umgehen. Falsche Freunde verleiten ihn zu Fehlentscheidungen, sodass Freddy  sich als Solokünstler versucht und die Band verlässt. Im Verlauf der Zeit wird er krank. Als es fast zu spät ist, kommt er zu seiner Band zurück. Die Wiedervereinigung von Queen macht Schlagzeilen.  Höhepunkt ist ihr Auftritt beim Live-Aid Konzert im Wembley Stadion.  Wer damals nicht live dabei war, erhält einen Eindruck, wie das gewesen sein muss: Wild, mitreißend, befreiend.  Deshalb ist der Film für jedes Alter zu empfehlen. Einerseits für Fans, die sich an die Lieder ihrer Jugend erinnern. Andererseits hat der Film das Potenzial neue Queen-Fans herauszubilden.

Der Hauptdarsteller Rami Malek setzt die Rolle des Freddy Mercury perfekt um. Vor allem in den Bühnen-Sequenzen kann er begeistern. Verdient ist damit sein Oscar als „Bester Hauptdarsteller“.

Der Film selbst ist der Abräumer bei den Oscarverleihungen 2019. Er erhält die Außzeichnungen als „Bester Ton“, „Bester Schnitt“ und „Bester Tonschnitt“. Die Regie hat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Vor Erscheinen des Films nimmt Dexter Fletcher die Rolle des Regisseurs Bryan Singer ein. Singer hat zu dem Zeitpunkt fast den ganzen Film gedreht. Überraschend ist, dass trotz der Probleme hinten den Kulissen, ein runder Film auf den Leinwänden läuft. Durch den Film zieht sich von Anfang bis Ende ein roter Faden und alles wirkt schlüssig. Dunkle Momente im Leben des Frontsängers und in der Geschichte von Queen machen den Film authentisch. Ob in rockigen oder traurigen Szenen- der Film ist durchgehend unterhaltsam. So hätte es sich Freddy Mercury gewünscht. Jeder Zuschauer wird vom Platz abgeholt und von der Band und ihrer Geschichte überzeugt.  Auch wenn sich der Film auf Freddy Mercury fokussiert und an manchen Stellen die restlichen drei Bandmitglieder zu kurz kommen, ist dieser Film empfehlenswert.

Keine der 134 Minuten Laufzeit langweilt. Der Film lohnt sich allein wegen seiner Akustik im Kino anzusehen. Falls der Kinobesuch nicht mehr klappt- den Film zuhause auf die höchste Lautstärke stellen und mitsingen.  Der Film ist eine Legende. Das Äquivalent zu Queen.

Am 31.10.2018 startet „Bohemian Rhapsody“ in den deutschen Kinos. Der Film läuft momentan noch in ausgewählten Kinos. Vorbestellbar ist das Drama auf DVD  und Blu-ray. Erscheinungsdatum dafür ist der 14.03.2019. Für Fans lohnt sich das doppelt: das gesamte Konzert auf der Live-Aid-Bühne wird auf DVD/Blu-ray nachgestellt. Damit verlängert sich diese Szene um ein paar Minuten. Im Gespräch steht ein zweiter Teil des Films.

Erhältlich ist außerdem das Buch zum Film in englischer Sprache.

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