Linda-Marie Theet

Ein neues Semester hat angefangen. Für die Kultur- und Medienpädagogik-Studierenden des 5. Semesters beginnt damit nach 2 Jahren Hochschulalltag ein neues Kapitel des Studiums: Das Praxissemester.

Insgesamt sind hierbei zwischen Mitte Juli und ende März 600 Stunden zu absolvieren. Wie, wann und wo dies passiert, bleibt den Studierenden selbst überlassen. Doch wie kann so ein Praktikum aussehen? Isabel Galindo und Max Hemmann erzählen mir von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und ihrem Alltag im Praxissemester.

Wo machst du dein Praktikum?

Isabel: Ich bin seit letztem Freitag nun schon offiziell fertig! Ende Mai bin ich ja aus meinem Auslandssemster in Island zurückgekommen und habe direkt am 1. Juni angefangen. Mein Praktikum habe ich im Klangumfang in Leipzig gemacht, die machen zum Beispiel regelmäßig eine Hörspielwerktstatt.

Und was war deine Aufgabe?

Isabel: Mein Hauptbereich war die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Klangdetektive, ein Projekt, das jeweils 3 Wochen im Sommer und eine Woche im herbst stattgefunden hat.

Für jede Woche gab es ein Thema und ein mediales Mittel mit dem wir gearbeitet haben. Am Ende der Woche gab es jeweils eine Präsentation. In der ersten Woche zum Beispiel war das Thema Natur. Wir haben unter anderem Seedbombs, Lehmkugeln mit vielen verschiedenen Blumensamen darin, gemacht und in der Nachbarschaft verteilt. Die Kinder haben die Aktionen mit der Kamera dokumentiert.

Die Klangdetektive beim herstellen von Seedbombs Foto: klangdetektive.jimdo.com

Mein anderes Projekt war ein kostenloser Fotoworkshop für Jugendliche zum Thema Heimat und Identität. Die Teilnehmer*innen haben sich gegenseitig mit Gegenständen fotografiert, die sie persönlich mit dem Begriff „Heimat“ verbinden. Ausgestellt wurden die Ergebnisse dann im Gewandhaus.

Was war deine größte Herausforderung?

Isabel: meine größten Bedenken waren, ob mir das Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen überhaupt liegt. Aber ich habe festgestellt, dass das durchaus ein Bereich ist, in dem ich später auch gerne mal arbeiten möchte.

Was hat dir am meisten Spaß gemacht?

Isabel: Hm, gute Frage. Also generell das projekt-orientiere, selbstbestimmte Arbeiten. Das Team war auch super.

Was hat du mitgenommen?

Isabel: Viele neue Erfahrungen, vor allem im Bereich der Medienpädagogik. Und ich bin nun immer mittwochs in der Medienwerkstatt. Dort machen wir zum Beispiel Soundcollagen oder Legetrickfilme. Und vielleicht bin ich im Dezember noch bei einem anderen Projekt dabei.

Foto: Julia Evers
Foto: Julia Evers

Wo machst du dein Praktikum?

Max: Ich bin seit dem 26.09. in der Kulturfabrik Werk 2 in Leipzig. Falls das jemand nicht kennen sollte: wir sind ein Live Club mit 2 Veranstaltungshallen, der von einem Verein getragen wird. Im Werk 2 Komplex befinden sich außerdem noch künstlerische Werkstätten, wie zum Beispiel die Cammerspiele oder eine Grafikdruckwerkstatt.

Mit welcher Erwartung bist du in das Praktikum gegangen?

Max: Da ich unmittelbar vor dem Praktikum mit meiner Band auf Tour war, hatte ich gar keine richtige Zeit, mir große Erwartungen an meinen Arbeitsplatz zu stellen. Das hat sich auch als richtig herausgestellt, da ich jetzt im Prinzip einfach nur die Seite gewechselt habe und quasi im „normalen Rock’n’Roll Alltag“ entspannt weiterarbeiten kann. Damit erfüllen sich auch weitestgehend meine Hoffnungen im Bezug auf diesen Job.

Was sind deine Aufgaben?

Max: Mein Tag beginnt damit, Mails zu checken. Daraus ergibt sich dann meistens mein Tagesablauf. Ich würde jetzt nicht von einem sonderlich komplexen Aufgabenspektrum reden wollen, aber da ist von Künstlerbetreuung über Plakatieren bis aktiver Programmplanung alles dabei. Ich habe derzeit kein festes Projekt, springe also zwischen den Veranstaltungen hin und her, und bin damit auch ziemlich glücklich. Gerade am Anfang ist es wirklich angenehm, ständig die Stellung zu wechseln und überall nen Einblick zu bekommen.

Wie sind deine Arbeitszeiten?

Max: In der Theorie 10:00 bis 16:00. In der Praxis aber auch gern mal 12:30 bis 15:30 und dann von 21:30 bis 3:30. Bei uns macht aber niemand irgendwas, auf das er/sie keinen Bock hat. Oftmals hilft man sich auch einfach nur noch für eine Stunde aus.

Was magst du an deiner Praktikumsstelle?

Max: Dass alle Mitarbeiter aller Positionen alles machen. Es wird sich gegenseitig geholfen wo es nur geht. Es fällt jeden Tag viel an und jeden Tag kommt eine neue kleine Hürde dazu, die irgendwas schwerer macht. Das scheint im Werk 2 aber gar kein Problem zu sein, bisher liefen selbst die stressigsten Tage einfach glatt. Und ich mag die Flexibilität, mit der das Team arbeitet. Das ist alles wirklich sehr angenehm, offen und herzlich.

Wie hat sich dein Alltag verändert?

Max: Naja, ich bin flexibler geworden, was gerade auch Nachtschichten angeht. Das macht wesentlich mehr Spaß, als man sich im Vornherein denken mag. Und ich fühle mich beständiger und nützlicher, aber das gehört hier vielleicht nicht hin.

Heisskalt Werk 2, Halle A Foto: Max Hemmann
Heisskalt Werk 2, Halle A
Foto: Max Hemmann

Schreibe einen Kommentar